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Vom Osterhasen und seinen wilden Geschwistern

Der Bestand der Feldhasen ist stabil, bewegt sich aber auf einem niedrigen Niveau

Kurz vor dem Osterfest gönnt sich Meister Lampe eine letzte Verschnaufpause. Pixabay/oh

An Ostern ist der Hase in aller Munde. Ob aus Schokolade, aus Zuckerguss oder aus Fleisch und Blut: Das flauschige Tier mit den langen Ohren gehört zum Fest der Auferstehung Christi wie Lebkuchen zu Weihnachten.

Dabei fragt kaum jemand danach, wie es dem Hasen auf dem Feld geht – nach Einschätzung des Naturschutzbundes (Nabu) nämlich nicht ganz so gut: Obwohl der Bestand bundesweit seit rund zehn Jahren stabil ist, bewegt er sich doch auf einem niedrigem Niveau.
Die Ursachen dafür, dass die Mümmelmänner einen schweren Stand haben, sind vielfältig. Laut Nabu spielen die Intensivierung der Landwirtschaft sowie der massive Verlust an Lebensraum und Nahrungsgrundlage eine Rolle. Jungtiere fallen oft den Mähmaschinen zum Opfer. „Durch die Anlage von Blühstreifen, Hecken und umweltfreundliches Wirtschaften könnten Futterangebot und Rückzugsmöglichkeiten deutlich verbessert werden“, macht Reinhard Wagner, erster Vorsitzender der Nabu-Kreisgruppe Helmstedt, deutlich. „Neben dem Hasen profitieren von solchen Maßnahmen übrigens auch viele andere Tierarten, darunter bedrohte Wiesenvögel wie Kiebitz und Feldlerche, aber auch Bienen und andere Insekten.“

Doch was hat der Hase eigentlich mit Ostern zu tun? Und warum bringt er Eier? Auch wenn es keine eindeutigen wissenschaftlichen Belege gibt, vermuten Historiker, dass der Hase als Symbol mit der Fruchtbarkeitsgöttin Eostre verbunden ist. Begründet wird diese Theorie mit der sich schnell vermehrenden Population des Tieres. Da Hasen im Frühjahr sehr fortpflanzungsfreudig sind, werden sie mit Ostern verknüpft. Auch die Eier sind ein Symbol für Fruchtbarkeit.
Eine Erklärung könnten auch das „Osterbrot“ und das „Dreihasenbild“ liefern. Traditionell wurde das Laib in der Form eines Lammes gebacken, verformte sich und ähnelte hinterher mehr einem Hasen als einem Lamm. Und das Motiv, das in vielen Kirchen zu sehen ist, bildet drei kreisförmig angeordnete Hasen ab – dies ist ein Symbol für die „heilige Dreifaltigkeit“.
In der Bibel wird der Hase nicht erwähnt, aber es gibt trotzdem Verbindungen von Osterhase und Osterei zur christlichen Tradition. In der Antike stand der Hase als tierisches Symbol für Jesus, und als Symbol für das Leben und die Auferstehung. Und schon im vierten Jahrhundert nach Christus sollen Eier als Grabbeigaben in römisch-germanische Gräber gelegt worden sein.

Dass der Osterhase ausgerechnet Eier bringt, lässt sich auch mit der 40 Tage langen christlichen Fastenzeit erklären, in der früher neben anderen tierischen Produkten wie Fleisch, Milch, Butter und Käse auch keine Eier gegessen werden durften. Da die Hühner in dieser Zeit aber natürlich trotzdem Eier legten, mussten sie haltbar gemacht werden. Die Eier wurden deshalb gekocht und gefärbt, sodass man sie von den rohen unterscheiden konnte. Traditionell wurden die Ostereier lange Zeit rot gefärbt. Symbolisch standen sie für die Farbe des Lebens, Freude und das Blut Christi.
Besonders beliebt und bekannt wurde der Osterhase schließlich vor allem durch die Süßwarenindustrie ab dem 19. Jahrhundert. So sind die bunten Schokoleckereien heute dank Firmen wie Lindt, Milka und Co. von Ostern doch kaum mehr wegzudenken.

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