Vom Western zum 3-D-Film | Neue Braunschweiger
26. Oktober 2019
Kulturelles

Vom Western zum 3-D-Film

55 Jahre NB: Sowohl damals als auch heute gab und gibt es Lieblinge unter den Filmgenres

„Goldfinger“, der 1964 in London seine Premiere feierte, ist für viele der beste der bis heute 24 offiziellen Filme über die Doppel-Null. Foto: moviepilot / Internationale Filmfestspiele Berlin

Braunschweig. Von Abenteuer und Action über Comedy und Drama bis hin zu Fantasy, Horror und Liebesfilmen – die Welt der Filmgenres ist in heutiger Zeit größer denn je. Nicht zuletzt liegt das daran, dass die Filmindustrie viel Zeit hatte, sich weiterzuentwickeln.

Während damals vor allem der Western, der Heimatfilm und Actionstreifen wie James Bond oder mit Stars wie Bud Spencer und Terence Hill beim Publikum ankamen, bietet die Filmwelt heute ein bisschen mehr: Von hochwertig animierten Highlights über spannende Krimis, Psychothriller und Horrorstreifen bis hin zu Fantasyabenteuern und Scifi haben Kinogänger aktuell die Qual der Wahl.

Humor und Action

Ein beliebtes Filmgenre, für das vor allem zwei Schauspieler stehen, ist die Actionkomödie. Unvergessen ist das ungleiche Duo aus Bud Spencer und Terence Hill, die sich mit Filmen wie „Vier Fäuste für ein Halleluja“ oder „Zwei Missionare“ weltweit einen Namen machten. Fast 40 Jahre lang sorgten sie für humorvolle Dialoge und genial inszenierte Schlägereien.

Der Schlagerfilmspezialist Werner Jacobs drehte die gemütvolle Heimatkomödie „Schwarzwaldfahrt aus Liebeskummer“ (1974) vor der romantischen Kulisse des Schwarzwalds. Foto: kino.de


Cowboys und Prärie

Wenn im Film die Colts rauchten, war er zur Stelle: John Wayne als notorisch maulfauler und schießwütiger Haudegen. Der Schauspieler prägte wie kein anderer das Westerngenre. Die Filme erzählen von Cowboys, dem Wilden Westen und einige frühe Verfilmungen auch vom Gründungsmythos Amerikas. Schnell ließ sich ein klassischer Handlungsablauf erkennen: Verschiedene Menschen aus unterschiedlichen Verhältnissen trafen aufeinander und erlebten anschließend verschiedene Abenteuer miteinander.

 

Ein Vorzeigewestern ist „Spiel mir das Lied vom Tod“ (1969). Im Mittelpunkt stehen der Bau einer Eisenbahnstrecke sowie ein geheimnisvoller Mundharmonikaspieler. Foto: kino.de

Mit der Zeit wandelte sich der Western, so dass der „Cowboy“ plötzlich als eine Art Außenseiter dargestellt wurde. Die Figuren bekamen mehr Ecken und Kanten, wurden insgesamt düsterer und spiegelten nicht nur positive Charaktere wider. Das Publikum sehnte sich nach Realismus: Damit war der klassische „Bad Boy“, ein oberflächlich „schlechter“ Mensch mit einem Herzen aus Gold, geboren.

Zombies und Apokalypse

Seit einigen Jahren bevölkern Zombies und Untote die Leinwand. In diesen Kino­filmen geht es um ein apokalyptisches Weltuntergangsszenario, in dem eine Personengruppe um ihr Überleben kämpft. Horrorvarianten wie ­„Resident Evil“ oder ­„Rise of the ­Undead“ sind dabei nichts für schwache Nerven.

Auch andere Fantasywesen haben ihren Weg in die Kinosäle geschafft. Dazu gehören vor allem Vampire und Werwölfe. Im Gegensatz zu den untoten Gestalten werden die Figuren, etwa wie in „Twilight“, romantisiert. In den Kinojahren fand dementsprechend ein Wandel statt: Damals sehnten sich die Zuschauer nach mehr Realismus, heute möchten die Menschen Abstand vom Alltag gewinnen und in fantastische Welten („Die Chroniken von Narnia“, „Maleficent­ – Die dunkle Fee“) entfliehen.

Ein Highlight in der modernen Welt: 3-D-Filme, die via ­3-D-Brille dafür sorgen, dass das Kinoerlebnis aus der Leinwand direkt auf die Zuschauer „zukommt“ („Avatar“, „Der König der Löwen“, „Avengers 4: Endgame“). Darüber hinaus ist eine andere Technik auf dem Vormarsch: Virtual Reality bietet Filmfans ein noch realeres Erlebnis der bewegten Bilder, so dass es sich mit einer VR-Brille auf der Nase anfühlt, als wären die ­Kinogänger im Film.

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