Von Hund zu Hund: Hilfe in der Not

Rumänischer Straßenhund läuft aus Angst weg, erst ein zweiter Hund kann ihn beruhigen

Dakira (l.) hat in Torin einen Freund gefunden. Foto: Privat

Innenstadt. „Ich bin einfach nur glücklich“, strahlt Heike Blümel, „Dakira ist wieder da.“ Der scheue Hund hatte sich losgerissen und war für fast eine Woche verschwunden. Nach einem Aufruf in der NB meldete sich eine Leserin nachts um zwei Uhr und Dakira konnte mit Hilfe eines anderen Hundes wieder nach Hause gebracht werden.

Für Heike Blümel und Familie war diese Woche ein Alptraum. „Natürlich machen wir Unterschiede zwischen Mensch und Tier“, sagt Blümel, „aber für meinen Mann, mich und die drei Kinder gehörte Dakira schon nach kurzer Zeit zur Familie.“
Dakira ist ein Hund aus Rumänien, der aus einer sogenannten „Tötungsstation“ gerettet und nach Braunschweig vermittelt wurde. Die Blümels haben den Transport bezahlt, der Hund kam zunächst zu zwei Freundinnen; Andrea und Claudia, die bereits einen weiteren Hund – Torin – aus Rumänien betreuen.

„Für die Urlaubszeit sollten wir dann Dakira nehmen, eventuell wollten wir ihn auch behalten“, erzählt Heike Blümel. Bei einem der Spaziergänge im Nußberg passierte es, dass Dakira sich erschrak, die Leine mitriss und davonlief. „Mein Sohn und andere Kinder rannten hinterher, um ihn einzufangen“, erzählt Blümel. Aber das hat den Hund nur noch mehr verschreckt. Er war wie vom Erdboden verschluckt. „Jede Nacht sind meine Freundinnen mit Torin und vielen spontanen Helfern immer wieder den Weg vom Nußberg zu unserer Wohnung gegangen, um für Dakira eine Spur zu legen“, erzählt Heike Blümel. Nichts half.

Erst der Anruf der NB-Leserin führte zum Erfolg. „Wir sind sofort losgefahren, die junge Frau war mit ihrem Fahrrad in der Nähe von Dakira stehengeblieben und sprach beruhigend auf ihn ein“, erzählt Blümel.

Aber einfangen ließ er sich nicht. Schließlich kam die Freundin mit Hund Torin. Dann ging alles wie von selbst. „Torin lief schwanzwedelnd auf Dakira zu, wir konnten beide Hunde anleinen, alles war gut“, freut sich Blümel.
Dakira wird in Zukunft wohl bei Torin und Familie leben. „Da war er zuerst zu Hause, da fühlt er sich sicher“, hat Heike Blümel erkannt.

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