Vorbilder, die ganz viel Mut machen | Neue Braunschweiger
29. August 2018
Menschen

Vorbilder, die ganz viel Mut machen

Die Regenbogenfahrer der Kinderkrebsstiftung besuchten die jungen Krebspatienten im Klinikum in der Holwedestraße

Der Elternverein „Weggefährten“ und Oberarzt Wolfgang Eberl (rechts) begrüßten die 45 Regenbogenfahrer im Klinikum Holwedestraße. Foto: Christoph Matthies

Innenstadt. Sie touren 600 Kilometer mit dem Fahrrad durch die Republik und geben damit krebskranken Kindern Hoffnung: In der vergangenen Woche machten die Regenbogenfahrer auch am Klinikum in der Holwedestraße Station.

Schon seit 1993 gibt es die Aktion der Deutschen Kinderkrebsstiftung, bei der Menschen, die als Kind einst selbst erkrankt waren, die Kinderkrebsstationen im Land besuchen. Dr. Wolfgang Eberl, Leitender Oberarzt der Kinderklinik Holwedestraße, war schon 1993 dabei, als die Regenbogenfahrer das erste Mal in Braunschweig ankamen. „Ungefähr 13 von 100 000 Menschen unter 18 erkranken pro Jahr an einer Krebserkrankung“, berichtet der Mediziner, dessen Station jährlich rund 25 neue Krebspatienten aufnimmt. Die Heilungschancen seien durchaus groß, versichert Eberl: „Von unseren jungen krebskranken Patienten werden rund 80 Prozent wieder langfristig gesund.“

So wie Alex Bahn. Der 37-Jährige ist einer der 45 Regenbogenfahrer, die in der Löwenstadt Halt machten. Schon zum elften Mal war er bei der einwöchigen Tour dabei, die in diesem Jahr in Bielefeld begann, nach dem Braunschweig-Besuch in Magdeburg gastierte und über Halle, Leipzig und Jena bis nach Erfurt führte.

„Wir besuchen die Kinder, die gerade den Kampf gegen den Krebs führen“, beschrieb der Berliner die Mission der Regenbogenfahrer, die diesen Kampf selber schon gewonnen haben. „Dadurch sind wir ein lebendes Vorbild und verbreiten Mut und Kraft.“ Und das nicht nur an die Patienten, sondern auch an deren Geschwister und Eltern, die sich angeregt mit den sportlichen Botschaftern der Kinderkrebsstiftung austauschten.

Bahn war im Alter von 18 Jahren an Lymphdrüsenkrebs erkrankt, ein Jahr dauerte seine Behandlung. „Danach versucht man sich ins Leben zurückzukämpfen“, erinnerte er sich. Ihm ist das offensichtlich gut gelungen, er lebt heute ohne Einschränkungen. Und ist augenscheinlich topfit: Nach dem Besuch in der Holwedestraße ließ Bahn das Fahrrad kurzerhand stehen und legte den Weg zur Kinderklinik in Wolfsburg als „Regenbogenläufer“ zurück.

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