13. Dezember 2021
Stadtplanung

Vorschläge für eine lebendige Innenstadt

Neue Internetseite mit interaktiver Karte – innenstadtdialog-braunschweig.de

Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum (r.) und Gerold Leppa, Geschäftsführer der Braunschweig Zukunft GmbH, stellten die neue Beteiligungsmöglichkeit vor. Die Website ist ab sofort unter www.innenstadtdialog-braunschweig.de erreichbar. Foto: Peter Sierigk / Braunschweig Zukunft GmbH

Braunschweig. Eine Bühne für Bands, eine Tauschbörse für Klamotten, eine Rutsche, eine Sitzbank oder etwas ganz anderes. Jetzt sind wir alle gefragt: In welche Richtung soll die Innenstadt sich entwickeln, was wünschen wir uns, was fehlt? Über die Internetadresse innenstadtdialog-braunschweig.de können Anregungen eingereicht und auf einer interaktiven Karte auch gleich verortet werden.

Einfallsreichtum ist gefragt, deshalb gibt es bewusst keine Vorgaben. „Nur wenn wir 10 000 Vorschläge erhalten“, müssen wir ein bisschen verdichten“, sagt Wirtschaftsdezernent und Stadtmarketingchef Gerold Leppa. Die gesammelten Anregungen sollen in ein strategisches Rahmenkonzept fließen. Und das soll eher 30 bis 40 Seiten und keine 300 haben. Ein Konzept muss sein, um an Fördergelder zu gelangen.

Die Stadt Braunschweig fängt nicht bei Null an. Der Innenstadtdialog mit vielen Akteuren läuft seit Oktober 2020, über das städtische Portal „mitreden“ seien bereits viele Vorschläge gesammelt worden, 16 Innenstadtprojekte befinden sich derzeit in der politischen Debatte, manches wie die Zwischenmalzeit mit Kunst im Handelsweg oder Mietzuschüsse für angehende Geschäftsinhaber sind bereits umgesetzt. Aber das reicht noch nicht.
„Wir wollen das Zentrum kreativ weiterentwickeln“, sagt Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum. Die Innenstadt solle erlebbar werden und ein Schaufenster dafür sein, was Braunschweig alles zu bieten habe.
„Unser Problem sind die großen Leerstände“, sagt Leppa. Und das nicht erst seit Corona, wie Galeria Kaufhof, Karstadt oder die Burgpassage zeigen. Für den Welfenhof sei eine Lösung gefunden worden. Den Auftrag, zu handeln, sieht Leppa nicht allein bei der Stadt, müsse auch die private Seite einbeziehen. Mit den Immobilieneigentümern befinde man sich im Dialog.

Welche Lücken die Auswirkungen der Coronapandemie mit Lockdown und geringeren Kundenfrequenzen am Ende in die Geschäftsstruktur reißen wird, sei nicht abzusehen. Leppa beobachtet aktuell eine konsolidierende Situation. Am Kohlmarkt wird Gastronomie an Stelle eines Textilgeschäftes treten, in der Schützenstraße eröffnet ein Optikfilialist. Von Schließungsabsichten habe er nur vereinzelt gehört.
Kornblum begrüßt, dass die 2G+-Regelung für den Handel überprüft werden soll, setzt auf Förder- und Hilfsgelder, um nun auch durch diese vierte Welle zu kommen. Und er freut sich auf gute Ideen aus der Bevölkerung.

INFO

Auf dem Portal „Wikimap“ ist die neue Seite unter www.innenstadtdialog-braunschweig.de abrufbar.
Vorschläge zu den sechs Themenfeldern Mobilität und Erreichbarkeit, Stadtgestaltung und Stadtmöblierung, Kunst und Kultur, Angebots- und Nutzungsvielfalt, Stadtgrün und Aufenthaltsqualität sowie Sonstiges sind gefragt.
Das Rahmenkonzept wird mit Mitteln aus dem Landesprogramm „Perspektive Innenstadt“ erstellt. Es ist Voraussetzung, um sich um weitere Mittel aus einem für Mitte 2022 angekündigten Programm bewerben zu können.

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