Vorsichtig zurück in den Alltag tasten | Neue Braunschweiger
24. April 2020
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Vorsichtig zurück in den Alltag tasten

Erst öffneten kleine Geschäfte, ab Montag zum Teil die Schulen – Stadt hilft Unternehmern

Der Einkaufsbummel ist seit heute nur noch mit Gesichtsmaske möglich. Doch schon vorher trugen viele Braunschweiger bereits einen Mund-Nasen-Schutz. Foto: Birgit Wiefel

Braunschweig. Mit den Lockerungen vom Montag kehrt zögernd wieder Leben in die Innenstadt zurück. Viele Passanten trugen in dieser Woche bereits Masken, obwohl die eigentliche Pflicht dazu erst seit dem heutigen Samstag gilt. Wer ein Geschäft, eine Behörde oder eine Arztpraxis aufsucht, muss dann einen sogenannten Mund-Nasen-Schutz aufsetzen.

Nicht alle Gewerbetreibenden profitieren von der vorsichtigen Öffnung. Viele haben nach der wochenlangen Schließung ernste Existenzprobleme. Ihnen greift die Stadt noch einmal mit drei Millionen Euro unter die Arme. „Die Hilfe soll denen zugute kommen, die nicht oder nicht ausreichend von den Rettungsschirmen von Bund und Land profitieren“, teilte Wirtschaftsdezernent Gerold Leppa mit. Neben Händlern betrifft das auch die Kulturschaffenden. Anträge auf die Hilfe können ab sofort unter www.braunschweig.de/corona-hilfsfonds gestellt werden.

Von den insgesamt bereitgestellten drei Millionen Euro sollen zwei Millionen für (Solo-)Selbstständige, Freiberufler sowie Unternehmen und sonstige Einrichtungen mit maximal 249 Beschäftigten eingesetzt werden. Sie sollen je nach Betriebsgröße jeweils bis zu 30 000 Euro aus dem Härtefallfonds erhalten.
Ein Drittel des Härtefallfonds, also eine Million Euro, ist für kulturelle Einrichtungen und Kulturschaffende vorgesehen. Antragsberechtigt sind unter anderem Kulturschaffende, die zum Beispiel durch coronabedingt abgesagte Engagements existenzbedrohende Einnahmeverluste verzeichnen. Sie können bis zu 5 000 Euro Soforthilfe von der Stadt erhalten, Musikgruppen und andere künstlerische Ensembles bis zu 6 000 Euro.

Der einmalige Zuschuss muss von den Empfängern nicht zurückgezahlt werden. Er kann jedoch in Einzelfällen auch als rückzuzahlendes Überbrückungs-Darlehen gewährt werden, wenn die Betroffenen aufgrund der Wartezeit bis zur Auszahlung ihrer Bundes- oder Landeshilfen kurzfristig existenziell bedroht sind.

Kulturdezernentin Dr. Anja Hesse ist froh über die Lösung: „Ich freue mich, dass es gelungen ist, einen Fördertopf zu schaffen, der sowohl versucht die Bedarfe der Unternehmen zu decken, als auch die Nöte fokussiert, die die vielen Kulturschaffenden und die Kultureinrichtungen infolge der coronabedingten Schließung der Häuser sowie der Absage von Veranstaltungen und Aufführungen zu bewältigen haben.“

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