5. Mai 2015
Politisches

VW-Hauptversammlung: Warme Worte für Piëch

Konzernchef Winterkorn lobte nach gewonnenem Machtkampf den scheidenden Patriarchen für sein Lebenswerk.

Frauenpower im Aufsichtsrat von Volkswagen, die beiden neuen Mitglieder Julia Kuhn-Piëch, Louise Kiesling (v.l.). Foto: Hübner

Hannover, 05.05.2015.

Blitzlichtgewitter am frühen Dienstagmorgen in Hannover. Vor dem Beginn der 55. Volkswagen-Hauptversammlung schreitet Konzernchef Prof. Dr. Martin Winterkorn, begleitet von Wolfgang Porsche und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, durch die Messehallen der Landeshauptstadt.

Routiniert schaut der Konzernchef auf jedes Detail und ist dabei stolz auf seine Leute. „Mich hat sehr bewegt, wie die Mannschaft in den letzten Wochen kein bisschen nachgelassen hat“, sagte er vor dem Hintergrund des inzwischen beigelegten Streits um seine Zukunft.

Ferner hieß Winterkorn die beiden neuen Aufsichtsratsmitglieder Julia Kuhn-Piëch und Louise Kiesling Willkommen und lobte das Lebenswerk des ausgeschiedenen Ferdinand Piëch, der in den vergangenen Wochen versucht hatte, am Stuhl des Vorstandsvorsitzenden zu sägen. „Mir ist es wichtig, an dieser Stelle Herrn Dr. Piëch zu danken – im Namen aller 600 000 Mitarbeiter, aber auch persönlich. Ferdinand Piëch hat die Automobilindustrie in den vergangenen fünf Jahrzehnten geprägt wie kein Zweiter – als Unternehmer, als Ingenieur, als mutiger Visionär. Dieser Konzern und seine Menschen haben Herrn Dr. Piëch sehr viel zu verdanken. Das bleibt. Und vor dieser Lebensleistung haben wir und habe ich großen Respekt“, führte Winterkorn aus und ging anschließend zur Tagesordnung über.
Winterkorn hob das erfolgreiche China-Geschäft hervor und die mehr als zehn Millionen Auslieferungen im vergangenen Jahr. Im Fokus des Interesses stand für die Aktionäre auch das US-Geschäft. „Nach großen Erfolgen hat die Marke Volkswagen hier an Tempo verloren“, musste Winterkorn einräumen. Mit Sorge blicke die Industrie auch nach Russland. Dieser Markt ist innerhalb eines Jahres um 40 Prozent eingebrochen. Der zunehmenden Unsicherheit gelte es mit Augenmaß zu begegnen. (ampnet)

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