Wände der IGS beschmiert

Rechte Parolen: Polizei ermittelt wegen hässlicher Schmierereien im Östlichen Ringgebiet

Überall im Östlichen Ringgebiet sind solche und ähnliche Schmierereien aufgetaucht. Foto: Bündnis gegen Rechts Braunschweig

Braunschweig. „100 % Nazi-Kiez“ steht auf einer Wand an der IGS Franzsches Feld. „Chemnitz Stabil 1488“ auf einer anderen. Die Zahl „88“ stehe dabei jeweils für den achten Buchstaben im Alphabet, „HH“ als Kürzel für den Hitlergruß.

Es ist nicht die einzige Schmiererei dieser Art im Östlichen Ringgebiet, die das Bündnis gegen Rechts auf Fotos dokumentiert hat. Auf einen Stromkasten an der Waterloostraße haben Unbekannte ein Hakenkreuz gesprüht.
Über die sozialen Medien hat auch die Braunschweiger Polizei Kenntnis von den Schmierereien erhalten.

„Wir ermitteln“, sagt Polizeipressesprecher Stefan Weinmeister der NB.
Da es bislang aber keine Zeugen gebe, werde es schwierig, den Urheber der rechten Parolen ausfindig zu machen.

David Janzen, Sprecher des Bündnisses gegen Rechts sieht dagegen eine Verbindung zu einem stadtbekannten Neonazi: „Es gibt nun schon seit mehreren Monaten eine Serie rechter Schmierereien, die alle sehr ähnlich aussehen.
Viele davon sind im Östlichen Ringgebiet und am Schwarzen Berg aufgetaucht. Dort wohnt ein Neonazi, der bei Instagram und Facebook immer wieder Fotos postet, in denen er vor den Graffiti posiert.“ Das, was im Netz zu sehen sei, ähnele stark den Schmierereien aus dem Östlichen Ringgebiet.

Seinen Angaben nach sei dieser Mann auch bei den rechtsgerichteten Protesten in Chemnitz aufgefallen.
Auch der Neonazi, der 2016 zwei Schüler der Neuen Oberschule attackiert hatte, sei in Chemnitz gewesen. Janzen:
„Dass bei den Parolen an der IGS auf Chemnitz Bezug genommen wird, dürfte damit zusammenhängen.
Für uns stellt sich die Frage, warum die Polizei nicht in der Lage ist, den Urheber dieser Serie rechter Schmierereien
zu ermitteln, wo doch die aktive Neonaziszene in der Stadt derzeit recht überschaubar ist
und viel darauf hindeutet, wer der Täter sein könnte.“

Für die Polizei stellt sich die Sache nicht so klar da. „Dass ist erst einmal eine Behauptung, die im Raum steht“, sagt Weinmeister. Kriminalpolizeilich seien solche Vermutungen nicht ausreichend. Wie auch sonst bei Graffitischmierereien werde nun den Fragen nachgegangen, ob es Parallelen oder ähnliche Schriftzüge gibt, die zum mutmaßlichen Täter oder den Tätern führen.

Das Bündnis gegen Rechts sah Handlungsbedarf und hat die Angelegenheit wegen der Vielzahl der rechten Parolen öffentlich gemacht. Normalerweise meldet das Bündnis solche Schmierereien allein der Stadt, damit sie schnell entfernt werden. Seit Montag seien weitere zehn ähnliche Schmierereien aus der Karlstraße gemeldet worden, sagte David Janzen der NB.

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