1. April 2014
Kulturelles

Wahnsinn humorvoll verpackt

Bei der neuen Ausgabe des „Sprungbretts“ (12. April) stehen Comedy und Kabarett im Zentrum.

Gut beobachtet: Kurt Knabenschuh alias Uwe Kleibrink greift die Widrigkeiten des Alltags auf. oh

Von Falk-Martin Drescher, 02.04.2014.

Braunschweig. Bei der neuen Ausgabe des „Sprungbretts“ am 12. April, 20 Uhr, stehen Comedy und Kabarett im Mittelpunkt. Vier Künstler geben sich in der Brunsviga die Klinke in die Hand: Andrea Volk und Rupert Schieche aus Köln, Daniel Litzinger aus Hockenheim sowie Kurt Knabenschuh, alias Uwe Kleibrink aus Wuppertal. Mit letzterem hat sich Szene38 unterhalten.

?Wie sind Sie zum Kabarett gekommen?

! Meine Frau hat mich gefahren. Nee, im Ernst – irgendwann entdeckt man dieses Talent oder wird darauf angesprochen. Ich habe mit dem Schreiben von satirischen Kurzgeschichten angefangen. Dann kam der Gedanke, damit auf die Bühne zu gehen. Ich hatte in zweierlei Hinsicht Glück: Zum einen war mein allererster Auftritt vor Publikum ein Wettbewerb, bei dem ich gleich einen Sonderpreis gewann. Zum anderen entschloss sich der Betreiber des Veranstaltungsortes, eine Kleinkunstkneipe, mein Mentor zu werden. Sprich, ich bekam dort mehrere Auftritte, dazu sinnvolle Ratschläge, Unterstützung. So griff langsam ein Rädchen ins andere.

? Was ist das Besondere am Kabarett?

! Ich kann Angelegenheiten und Menschen über die ich mich ärgere, humorvoll bearbeiten. Kritik an der eigenen Unzulänglichkeit, der Gesellschaft oder an bestimmten Personen in Witz zu verpacken, ist geradezu entwaffnend.
 
? Wie macht man es, um als junger Kabarettist professioneller und bekannter zu werden?

! Spielen, spielen und noch mal spielen. Die berühmte Ochsentour. Dann ist auch eine Menge Glück notwendig, sprich man ist zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort und wird von entscheidenden Leuten gesehen.

? Neulich sagte mir der Mitarbeiter einer Fernsehproduktionsfirma: „Früher gingen Kabarettisten oder Comedians erst über die Bühnen und kam irgendwann dann ins Fernsehen. Heute kommen sie erst ins Fernsehen und müssen sich dann auf den Bühnen beweisen.“ Würden Sie das unterschreiben?

! Leider ist das so. Und leider ist auch die Qualität dieser „jungen Talente“ teilweise sehr fragwürdig. Sehr oft scheitert es daran, dass sie vielleicht ein oder zwei wirklich gute Sets von fünf bis zehn Minuten haben und mehr nicht. Wenn sie dann anderthalb Stunden auf der Bühne solo spielen müssen, scheiden sich die Geister. Das sage ich aber nicht, weil ich selbst noch nicht so oft im Fernsehen war. Ein viel größeres Problem für Künstler ist, dass manche Bühnen und Veranstalter nur die Kollegen buchen, die auch eine bestimmte Fernsehpräsenz haben. Der Fernsehbekanntheitsgrad verspricht ein volles Haus – da geht Kommerz vor Qualität.

? Wie sind Sie auf das Braunschweiger Format „Das Sprungbrett“ aufmerksam geworden?

! Die Brunsviga ist ein überregional bekannter Spielort, den ich schon immer gern kennenlernen wollte.
 
? Wovon handelt Ihr aktuelles Programm „Tach Herr Knabenschuh! Wie war’s?“?

!Von dem ganz normalen Wahnsinn im Alltag gepaart mit einem guten Schuss Situationskomik. In jedem Fall wird sich das Publikum ganz sicher wiedererkennen.

Infos zur Veranstaltung unter www.das-sprungbrett.com.

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