„Warum keine Frau als Prinz?“

11.11.: Oberbürgermeister Ulrich Markurth überreichte den Stadtschlüssel und machte einen Vorschlag

Eröffneten den Karneval in der Dornse (v.l.) Klaus-Peter Bachmann (MKG), Prinz Rajko I., Till Jan, Karl-Heinz Thum (Präsident der Karneval-Vereinigung Niedersachsen), Linda Ratke (BKG), OB Ulrich Markurth und Karsten Heidrich (KVR). Foto: Nizar Fahem

Innenstadt. Jetzt sind sie weg. Zumindest für ein Vierteljahr. Zum Beginn der fünften Jahreszeit übergab Oberbürgermeister Ulrich Markurth gestern Stadtsäckel und Stadtschlüssel an die Narren. 

Und nahm’s gelassen: „Schade, dass es immer noch nicht gelungen ist, den 11.11. zum Feiertag zu machen“, bedauerte de r Schirmherr des Braunschweiger Karnevals ehrlich und erinnerte anlässlich des Mauerfalls vor 30 Jahren an die rammelvolle Innenstadt 1989. „Viele waren erstaunt über unseren Karneval“, sagte Markurth beim Auftakt in der Dornse.

Neben viel Tradition gibt es in dieser Session auch jede Menge Neues. Neu ist zum Beispiel Prinz Rajko I., der am Montag feierlich proklamiert wurde. Zusammen mit dem ebenfalls neuen Bauern Dirk und Till Jan bildet er das Braunschweiger Dreigestirn. Ein frisches Gesicht gibt es auch beim Kinderprinzenpaar, das traditionell die Braunschweiger Karneval-Gesellschaft von 1872 (BKG) stellt: Während Tom I. und Sarah I. alte Hasen sind und schon vier Jahre als Prinzenpaar Hof halten, ist Kindertill Jaison zum ersten Mal an Bord. Überhaupt: Der Karneval wird weiblicher. An der Spitze der BKG steht mit Präsidentin Linda Radke zum ersten Mal eine Frau.

Nach der Proklamation des neuen Prinzen Rajko I. zogen die Narren von der Dornse auf den Kohlmarkt, um weiter den Beginn der fünften Jahreszeit zu feiern. Foto: bw
Vorsicht – nicht kleckern: Prinz Rajko I. sticht auf dem Kohlmarkt den Prinzensud an.

Grund genug, darüber nachzudenken, ob nicht auch das Dreigestirn mal eine Prinzessin haben sollte. „In Köln ist die Jungfrau ein Mann, warum sollte nicht der Braunschweiger Prinz ab und zu eine Frau sein“, schlug Oberbürgermeister Ulrich Markurth vor, biss bei den Karnevalisten allerdings auf Granit. „Der Prinz ist Tradition. Eine Prinzessin kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen“, schüttelte Karsten Heidrich, Präsident der Karneval-Vereinigung der Rheinländer, den Kopf.

Ansonsten aber gibt sich der Karneval getreu dem diesjährigen Motto weltoffen und tolerant. „Schaumburger sind uns willkommen“, wandte sich Ulrich Markurth an den Präsidenten des niedersächsischen Karneval-Verbandes, Karl-Heinz Thum. „Schaumschläger können zu Hause bleiben“, frotzelte der OB mit Blick auf den AfD-Parteitag Ende November weiter.

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