Was früher selbstverständlich war, wird nun mit anderen Augen gesehen | Neue Braunschweiger
9. Januar 2021
Buntes

Was früher selbstverständlich war, wird nun mit anderen Augen gesehen

Der CDU-Politiker Carsten Müller ist zuversichtlich, dass es in Zukunft ein wirksames Medikament gegen Covid-19 gibt

Die Entwicklung eines wirksamen Medikamentes gegen Covid-19 wäre ein großer Fortschritt, meint der CDU-Bundestagsabgeordnete Carsten Müller. Foto: Jan Kopetzky

Braunschweig. Ein Ort namens Söder ist eine dieser Entdeckungen im „Coronajahr 2020“. Carsten Müller, CDU-Bundestagsabgeordneter für Braunschweig, musste schmunzeln, als er im vergangenen Sommer am Ortsschild vorbeifuhr, denn Söder liegt bei Hildesheim und keineswegs in Bayern. Die imposante Schlossanlage dort könnte allerdings auch dem bayrischen Ministerpräsident Markus Söder gefallen. Aber das ist nur eine nette Randnotiz. Carsten Müller war, wie wir alle, während der Zeiten des Lockdowns und der Reisebeschränkungen mehr auf die eigenen vier Wände und das direkte Lebensumfeld zurückgeworfen. Die Erkenntnis: „Es muss nicht Mauritius, es kann auch der Dahlumer Forst sein.“

„Mehr Dankbarkeit“

Es ist schwierig genug, der Coronapandemie und den Einschränkungen und Verlusten, die sie mit sich brachte, etwas Gutes abzugewinnen. Aber genau darum baten wir Carsten Müller und andere Menschen. „Mehr Dankbarkeit“ hat er bei sich und anderen festgestellt. „In solchen Zeiten wird einem bewusst, in welcher privilegierten Situation wir uns doch befinden und man erfreut sich an Dingen, die wir sonst als Selbstverständlichkeiten und Alltäglichkeiten gesehen haben.“ Die grundsätzliche Sicherheit in einem Land wie der Bundesrepublik, das Funktionieren der Systeme, speziell des Gesundheitssystems, zählen für ihn dazu. Ebenso ein anderer und wertschätzender Blick auf die pflegenden Berufe.

Die digitalen Techniken schlossen manche Lücke. Die Videokonferenz nach Australien gehörte für Carsten Müller ebenso dazu wie eine CDU-Kreisausschusssitzung mit Gesundheitsminister Jens Spahn – der per Videoschalte vorbeischaute. „Wir hatten noch nie einen Bundesminister bei so einer Sitzung“, sagt Carsten Müller. Aber der digitale Fortschritt sei nicht nur neue, schöne Welt. Die virtuelle Kommunikation könne nicht alles ersetzen. „Den unmittelbaren menschlichen Kontakt, Nähe und Vertrautheit“, betont Müller.

Viel gelernt

Und wie ist der Ausblick? Müller wünscht sich, dass die gegenseitige Rücksichtnahme anhält, dass ab dem Frühjahr der Impfstoff da ist und was in seinen Augen etwas zu kurz kommt: „Dass ein Therapeutikum entwickelt wird, das hilft.“  Auch in Fragen der Vorsorge können wir für den Katastrophenschutz viel aus der Krise lernen, beispielsweise was die Bevorratung von Schutzkleidung und anderem angeht. Und im Schulbereich habe sich gezeigt, dass Investitionen in die digitale Ausstattung wichtig sind, aber ebenso geeignete Klassenräume. „Wir gehen hoffentlich gestärkt auf einer Beschleunigungs- und Wertschätzungskurve aus der Krise hervor“, sagt Müller.

Zusammenhalt wichtig

Die Coronapandemie habe viele große Fragen aufgeworfen, die des sozialen Ausgleichs, der nachhaltigen Lebensführung, der Energiewende und der Rechtsstaatlichkeit. Müller ist trotzdem zuversichtlich: „So eine krisenhafte Situation stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl. Und das ist gut so, denn nur zusammen können wir das durchstehen.“

BU: Carsten Müller schaut nicht nur auf den Impfstoff. Wenn es gelingt, ein wirksames Medikament gegen Covid-19 zu entwickeln, wäre das ein großer Fortschritt. Foto: Jan Kopetzky/BZV-Archiv

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