Wasser marsch: Bäume in Not

Zu heiß, zu trocken: Stadt bittet Bürger um Mithilfe bei der Bewässerung

Die Bürgerinitiative Baumschutz ruft die Bürger dazu auf, Bäume und Sträucher vor der Haustür zu gießen. Und geht selbst mit gutem Beispiel voran. Foto: BI Baumschutz

Braunschweig. Braune und gelbe Blätter oder schon ganze Äste ohne Laub: Die Trockenheit setzt den Bäumen in Braunschweig sichtlich zu, aber jetzt naht Hilfe. Mitglieder der Bürgerinitiative Baumschutz machten den Anfang, griffen zur Gießkanne und rufen auch andere Bürger dazu auf, es ihnen gleichzutun, um den durstenden Bäumen und Sträuchern durch diesen erneut trockenen Sommer zu helfen.

Mithilfe erwünscht

Mittlerweile hat auch die Stadtverwaltung um Mithilfe gebeten. Die Gärtnerinnen und Gärtner des Fachbereichs Stadtgrün und Sport sind mit allen zur Verfügung stehenden Kapazitäten unterwegs, um Bäume und Grünflächen zu wässern. Eine Aufgabe, die unmöglich zu schaffen ist, allein das städtische Baumkataster verzeichnet 105 000 Bäume, größere Baumbestände sind darin nicht erfasst. Deshalb konzentrieren die Mitarbeiter sich auf die Jungbäume, deren Wurzeln noch nicht so tief reichen. Zusätzlich seien Garten- und Landschaftsbaufirmen beauftragt worden, die ebenfalls im Gießeinsatz sind.

Grillverbot

Weil kein Ende der Trockenheit in Sicht ist und eine hohe Brandgefahr besteht, hat die Stadtverwaltung gestern ein Grillverbot verhängt. Das Grasland sei stark ausgetrocknet. Das Grillen in Park- und Grünanlagen ist daher bis auf Weiteres untersagt. Das Verbot schließt auch die öffentlichen Grillplätze ein.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat gestern den neuen deutschen Hitzerekord von 42,6 Grad im niedersächsischen Lingen bestätigt. Auch Braunschweig ächzte unter der Hitze. Selbst größere Bäume kommen jetzt in Not. Nennenswerte Regenmengen seien bislang ausgeblieben.

„Die extremen Wetterbedingungen des Jahres 2018 setzen sich in etwas abgeschwächter Form auch 2019 fort“, sagte Erster Stadtrat Christian Geiger, der für das Stadtgrün zuständig ist. „Ein großer Dank gilt allen Bürgerinnen und Bürgern, die bereits in der Vergangenheit durch regelmäßiges Gießen von Sträuchern und Bäumen dazu beigetragen haben, das Grün unserer Stadt zu erhalten, und all denjenigen, die zukünftig dazu beitragen wollen.“

Da ein älterer Baum bis zu 300 Liter Wasser am Tag verdunstet, wird empfohlen, ein bis zweimal pro Woche acht bis zehn Eimer zu gießen. Kleinere Wassermengen sind gut gemeint, reichen aber nicht, um die Erde zu durchfeuchten. Die Niederschlagsmengen erreichten 2018 gerade einmal 60 Prozent des langjährigen Mittels, in diesem Jahr sind es bis Juni 75 Prozent.

Auch die Bäume an der Langen Straße leiden sichtlich. Foto: Marion Korth
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