Wasserwelt auf der Zielgeraden

Schwieriges Projekt nähert sich dem Ende. Von Ingeborg Obi-Preuß, 04.05.2014.

Baunschweig. Mitte Juli will die Wasserwelt an der Hamburger Straße eröffnen. „Wir sind wirklich zuversichtlich“, sagt Stadtbadchef Jürgen Scharna.

Einen genauen Termin will er aber erst Mitte bis Ende Mai nennen, denn noch steht die Gesamtabnahme des Hauses an. „29 Sachverständige sind an diesem Prozess beteiligt“, sagt Scharna. So habe allein die Brandschutzplanung mehrere 100 Unterpunkte, die alle einzeln überprüft werden müssten, auch für die Rutsche gibt es einen separaten Tüv-Abnahmetermin, nennt Scharna Beispiele.

Der Bau der Wasserwelt war 2007 vom Rat beschlossen worden, 19,8 Millionen Euro plus Grunderwerb sollte der Spaß kosten. Es gab von Anfang an Probleme. Zunächst einen Rechtsstreit: Ende Juni 2007 hatte Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann die Planungen auf Eis gelegt, als die Initiatoren des Bürgerbegehrens „Schwimmen in Braunschweig“ eine Unterschriftenliste gegen das Projekt eingereicht hatten. Das Bürgerbegehren scheiterte vor dem Verwaltungsgericht, die Planungen wurden wieder aufgenommen – mit einer Verzögerung von eineinhalb Jahren und Baukostensteigerungen.

Ein Rechtsstreit mit einem Baukonzern nach einer europaweiten Ausschreibung hatte den Baubeginn um fast zwei Jahre verzögert. Nachdem die Stadtbad GmbH den Prozess vor dem Oberlandesgericht gewonnen hatte, wurde das Projekt neu ausgeschrieben. Im September 2011 konnten die Bauarbeiten beginnen. Derzeit liegen die erwarteten Kosten bei 32 Millionen Euro.
Jetzt im März gab es den nächsten Krach. „Wir mussten die Reißleine ziehen, damit unsere Mitarbeiter nicht vor die Hunde gehen“, sagte Norbert Leipert, geschäftsführender Gesellschafter des Ingenieurbüros IGP aus Pforzheim gegenüber der nB. Er beklagte unter anderem mangelnde Zahlungsmoral und einen „unmöglichen Umgangston.“ Stadbadchef Jürgen Scharna dagegen sprach von Differenzen, die eine Kündigung des Vertrages zwingend machten. Jetzt sind die jeweiligen Anwälte am Zug.

Mit dem Eröffnungstermin rückt auch das Aus für die Stadtteilbäder Nordbad und Gliesmarode näher. Der Ratsbeschluss zur Wasserwelt sah die Schließung dieser Bäder als Voraussetzung. Inzwischen gibt es Bürgerproteste. Für das Bad Gliesmarode hatte zuletzt der Unternehmer Friedrich Knapp eine Rettungsaktion in Aussicht gestellt.

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