4. Juni 2020
Bildung

Wenn’s hakt, helfen „Lern-Buddies“

Lehramtsstudierende der TU Braunschweig unterstützen Schüler bei Lernproblemen zu Hause

Lehramtsstudentin Anna Manger engagiert sich im Projekt „Lern-Buddies. Foto: privat/TU BS

Braunschweig (sd). Homeschooling und Homelearning sind für viele Familien eine ganz schöne Herausforderung: Schülerinnen und Schüler kommen beim Lernen alleine zu Hause schnell mal an ihre Grenzen, Eltern können nicht immer helfen und auch die Lehrkräfte erreichen nicht alle Kinder und Jugendlichen. Auf der anderen Seite können Lehramtsstudierende ihre Schulpraktika derzeit nicht antreten und möchten sich gern engagieren. So entstand in der Fakultät für Geistes- und Erziehungswissenschaften der TU Braunschweig das Projekt „Lern-Buddies“, das Lehramtsstudierende mit Schülerinnen und Schülern vernetzt.

Über die Webseite www.tu-braunschweig.de/lern-buddies können sich Schüler mit Lernproblemen und ihre Eltern melden. Die Anfragen werden an Lehramtsstudierende der entsprechenden Fächer weitergegeben, die sich mit den Schülern und deren Familien in Verbindung setzen. Dabei wird besprochen, wie genau die weitere Zusammenarbeit aussieht.

Ziel ist es, den Schülern so zu helfen, dass sie den Anschluss an den aktuellen Lernstoff halten können. Unterstützung bieten die Lehramtsstudierenden in allen Klassenstufen und Schulformen (Grundschulen, Haupt- und Realschulen, Gymnasien sowie Gesamtschulen) und in zahlreichen Fächern, zum Beispiel Deutsch, Mathe, Englisch, aber auch Biologie, Geschichte und Physik.

„Das Echo auf das Projekt, das wir erst vor Kurzem gestartet haben, ist sehr positiv“, sagt Dr. Claudia Schünemann vom Research Institute of Teacher Education der TU Braunschweig und Initiatorin der „Lern-Buddies“. „Jeden Tag kommen neue Anfragen dazu. Wir erhalten Anrufe von Lehrkräften, Schulsozialarbeiterinnen und -arbeitern sowie Eltern, die sich erkundigen, wie das Programm funktioniert.“

Marieke Moritz ist eine der Studierenden, die sich in dem Projekt engagiert. Sie möchte andere in Zeiten von Corona unterstützen: „Kein Schüler und keine Schülerin sollten durch das Homeschooling benachteiligt werden.“ Außerdem sieht sie in dem Lern-Buddy-Programm die Möglichkeit, weiter mit Schülerinnen und Schülern zu arbeiten, denn ihr Schul-Praktikum musste sie verschieben. Auch ihre Kommilitonin Anna Manger möchte Kindern und Jugendlichen helfen: „Ich bin ein Lern-Buddy, weil ich digitale Lehr- und Lernformen als große Chance sehe.“
Das Projekt schaffe für alle Beteiligten eine Win-win-Situation, betont Dr. Claudia Schünemann. „Schülerinnen und Schüler erhalten unbürokratische Unterstützung, Lehrkräfte und Eltern werden entlastet und Lehramtsstudierende können sich auf neuen Wegen und mit neuen Medien praktisch ausprobieren.“

Doch auch wenn kein Computer verfügbar ist, können die Lern-Buddies helfen: Dann wird eben per Telefon kommuniziert. Weitere Infos unter www.tu-braunschweig.de/lern-buddies.

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