Wer ermordete Romery Rodriguez?

Der Mörder wurde noch nicht gefunden – es tauchen noch immer neue Hinweise auf

Von Michael Michalzik, 30.04.2018

Vorsfelde. Das Verbrechen wurde so brutal und eiskalt verübt, dass auch hartgesottene Polizisten überrascht wurden: Die Prostituierte Romery Altagracia Reyes Rodriguez wurde im November 2016 in Vorsfelde von einem Unbekannten ermordet. Bis heute versucht die Wolfsburger Polizei, den Täter zu überführen. Immer noch tauchen neue Hinweise auf, so der Sprecher Sven-Marco Claus.
Das Opfer, eine 33-Jährige aus der Dominikanischen Republik, war eigentlich ein vorsichtiger Mensch: Seit sie begonnen hatte, in deutschen Wohnungsbordellen zu arbeiten, hielt sie sich stets nur kurze Zeit in der gleichen Stadt auf. In Vorsfelde war sie nur ein paar Tage vor Ihrem schrecklichen Tod angekommen. Ihrer Arbeit ging sie in einem Mini-Bordell, eigentlich nicht viel mehr als ein gemauerter Raum, gegenüber dem früheren Vorsfelder Bahnhof in der Südstadt nach. Romery Rodriguez empfing dort dem Stand der Ermittlungen während der letzten Tage ihres Lebens eine Reihe von Freiern.

Auch ihrem Mörder öffnete sie augenscheinlich arglos die Tür. Was dann geschah, konnte die Polizei zum großen Teil detailliert ermitteln. Der Peiniger der jungen Frau fesselte sein Opfer zunächst. Und zwar mit einem sehr exotischen Knoten, wie ihn eigentlich nur Seeleute verwenden. Der Täter begann dann, sein Opfer mit wuchtigen Schlägen zu misshandeln. War es aus grausamer Lust an der Gewalt? War der Unbekannte nach Wertsachen aus? Bis heute steht das nicht fest. Klar ist: Rodriguez lebte noch, als von ihr abgelassen wurde. Ein Zeuge betrat kurz darauf das Bordell und fand die lebensgefährlich verletzte Frau. Auch der gerufene Rettungsdienst konnte ihr nicht mehr helfen: Die 33-Jährige starb noch am Tatort.
Ist es ein schlimmer Zufall, dass nur einen Monat zuvor bei Peine ebenfalls eine Prostituierte getötet wurde? Polizei und Staatsanwaltschaft wollen daran nicht glauben: Ein 30-Jähriger aus Wolfenbüttel wird der Taten dringend verdächtigt. Ein Kumpel gab an, den Verdächtigen gesehen zu haben, wie er der 40 Jahre alten Peiner Prostituierten in deren Wohnwagen mit dem Stiefel die Kehle zudrückte. Und: Der Zeuge will auch gehört haben, wie der Verdächtige nach Bekanntwerden des Vorsfelder Mords sagte: „Beim zweiten Mal ist es noch leichter.“ Der Beschuldigte sitzt in Untersuchungshaft, aber er schweigt beharrlich, so Polizeisprecher Claus.

Jetzt ist es an den Ermittlern und der Staatsanwaltschaft, Beweise zu sammeln. Hunderte von Hinweisen haben sich, auch durch Fernsehsendungen, ergeben. Doch noch können die Ermittlungen nicht abgeschlossen werden. Zum wem gehörte die Handynummer, mit dem das Vorsfelder Opfer angerufen wurde? Die Nummer ist längst nicht mehr erreichbar. Und wer verfügt über die Kenntnis, so einen Knoten zu binden? Die Polizei wertet immer noch jede vernünftige Spur aus, um den Täter zu überführen.

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