„Wer hat an der Uhr gedreht?“ | Neue Braunschweiger
19. Dezember 2017
Kultur

„Wer hat an der Uhr gedreht?“

Neue Sonderausstellung im Phaeno ist eröffnet: Noch bis Februar 2019 lässt sich das Phänomen Zeit erleben.

In der Installation „Luma2solator“ können die Besucher Licht-Kunstwerke malen. Foto: phaeno

Von Marlen Weber, 19.12.2017

Wolfsburg. Gerade während der hektischen Vorweihnachtszeit, in der man von einer Weihnachtsfeier zur nächsten eilt, die Geschenkeliste abarbeitet und mit leicht schlechtem Gewissen zur Plätzchenfertigmischung greift, weil selbstgebackene Plätzchen schließlich irgendwie dazu gehören, sollte man sich doch einen Moment Zeit nehmen, Inne zu halten und eventuell vom Weihnachtskarussell abzusteigen.
Die Sonderausstellung „Zeit“ im phaeono startete jetzt also genau zum richtigen Zeitpunkt.

Dort kommen Besucher jeden Alters auf ihre Kosten.
Denn was gibt es Schöneres, als im Dezember, der sowieso schon schnell dahin rauscht, mit der Zeit zu spielen?
Und genau das ist das Wunderbare an dieser Sonderausstellung.
Egal, ob aus physikalischer, biologischer oder künstlerischer Perspektiv, die Exponate geben den Besuchern reichlich Möglichkeiten, die physikalische Größenart ganz unterschiedlich wahrzunehmen, sich aktiv mit den Ausstelungsstücken zu beschäftigen und sich somit temporär zu entschleunigen.
Wer wollte sich nicht schon mal in einer „Hall of Fame“ wiederfinden?
Die Künstlergruppe PipsLab macht es mit ihrer Installation „Luma2solator“ möglich. Besucher können mit Lampen und Leuchtstäben kleine Kunstwerke schaffen, die einem Graffiti ähneln.
Dabei verwendet der Luma2solator eine revolutionäre Technik, die von PIPSlab erfunden und entwickelt wurde und in Echtzeit dem fotografischen Prinzip eines offenen Verschlusses entspricht.
Etwas extremer ist das biologische Exponat, indem der Verwesungsprozess von Tierkadavern veranschaulicht wird, sowohl live als auch im Zeitraffer und damit Zusammenhang von Leben und Tod recht deutlich demonstriert.
Eingesetzt werden dabei Kurzflügelkäfer, die Forensikern oder auch Forschern in Naturkundemuseen Aufschluss über Skelette und deren Verwesungsprozess geben. „Letztendlich wird hier ein Energieprozess veranschaulicht.“, so Kurator Dominik Essing.
Klar wird einem bei dieser Ausstellung zumindest, dass Zeit eine rein physikalische Einheit ist, von der wir uns wohl viel zu oft beeinflussen lassen.
Und wer sich letztendlich dem Stress der Feiertage hingibt, kann die Ausstellung „Zeit“ immer noch in aller Ruhe bis zum 3. Februar 2019 besuchen.
Geöffnet hat das phaeno Dienstag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag sowie in den Schulferien (22. Dezember bis 5. Januar) von 10 bis 18 Uhr. Geschlossen bleibt das phaeno am 24.1 und 31. Dezember.
Weitere Infos sind unter www.phaeno.de zu finden.

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