Westand startet im Sommer

Neue Eventhalle im westlichen Ringgebiet

Ein Blick in den Konzertsaal, der neueste Technik mit Industrie-Architektur kombiniert. Rund 6,5 Millionen Euro investiert die Westand GmbH. Das Catering übernimmt die Phils GmbH (v.l.): Werner Bösemann, Carl-Thomas Schneider (beide Westand GmbH), Oliver Stiegemeyer und Nicole Schwalm (Phils GmbH) sowie Reiner Nötzel, Regina Marszalkowski-Wulf und Manfred Neumann (Westand GmbH). . Foto: Birgit Wiefel

Westliches Ringgebiet. Eigentlich war die Eröffnung zur Fußball-WM 2018 geplant. Doch aus Sommer wurde Herbst, dann Frühjahr. Jetzt steht fest: Das Westand startet im Juli dieses Jahres mit dem Betrieb.

Erste Konzerte sind bereits gebucht. Braunschweig bekommt damit einen Veranstaltungsort mehr und das westliche Ringgebiet neben Boulderturm, Kletterhalle und Skaterbahn ein weiteres Highlight.
„Ich habe während der Zeit bestimmt ein paar graue Haare mehr bekommen“, blickt Investor Manfred Neumann beim Ortstermin mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück und ist froh, dass es endlich losgeht.
Rund 3200 Quadratmeter umfasst der Neubau am Westbahnhof 13 und ist Ersatz für zwei Locations, die in der Löwenstadt eine gute Tradition hatten, aber der Abrissbirne zum Opfer fielen: Die ehemalige Meier Music Hall und das Freizeit- und Bildungszentrum, kurz „Freibize“, im Bürgerpark.

Nur der Giebel erinnert noch an die alte Industrieruine. „Kurt Knoblau“ steht in verwitterten Buchstaben auf der Fassade. Dahinter wurde in den vergangenen zwei Jahren ein komplett neues Gebäude mit Platz für einen Konzertsaal, Büros, Ateliers, Seminarräumen und einer Cafeteria hochgezogen. Der Name: Westand.

Noch sind nicht alle Kabel verlegt, noch dringt ohrenbetäubender Bohrlärm durch die Wände, doch beim ersten Gang durch die Räume wird klar: Das Westand am Westbahnhof 13 ist ein echter Hingucker am Ringgleis geworden.
„Im Juli starten wir mit den ersten Veranstaltungen“, kündigt Manfred Neumann vom Investor, der Westand GmbH, an. Comedians wie Atze Schröder haben sich schon angekündigt, aber auch Lokalmatadoren wie die Jazzkantine.
In den vorderen Bereich zieht als Mieter das neue sozio-kulturelle Zentrum der Stadt unter Regie des Vereins Kufa (Kultur für Alle). „Sollte es beim aktuellen Zeitplan bleiben“, teilt Stadtsprecher Reiner Keunecke mit, „öffnet es Ende August.“ Wenig später soll eine gemeinsame Einweihungsfeier stattfinden.

Von der ehemaligen Gewerberuine wurde nur der Giebel übernommen. Foto: Florian Kleinschmidt

Insgesamt 6,5 Millionen Euro wird der Bau kosten, die Stadt beteiligt sich mit einem Zuschuss von 1,5 Millionen Euro. Die Investoren Reiner Nötzel, Carl-Thomas Schneider und Werner Bösemann sowie Manfred Neumann und die Geschäftsführerin Regina Marszalkowski-Wulf sind sich einig: „Jetzt muss es endlich losgehen.“

Echter Marathon

Keiner von ihnen hätte gedacht, dass sich der Neubau zu einem Marathon entwickeln könnte. Dabei wollten die Musik- und Konzertfans Neumann und Nötzel vor fünf Jahren eigentlich „nur“ einen Ersatz für die Meier Music Hall schaffen. „Am Westbahnhof schien ein idealer Ort gefunden“, erinnern sie sich. Die Frage war: Sanierung oder Abriss? „Tatsächlich wollten wir das Gebäude erhalten und durch ein Stahlskelett absichern“, erzählt Neumann. Doch die Baufälligkeit der alten Lagerhalle machte den Investoren einen Strich durch die Rechnung. Außerdem musste auf die Bedürfnisse des sozio-kulturellen Zentrums eingegangen werden – also Abriss, neue Bauanträge, neue Genehmigungsverfahren. „Als schließlich alles beseitigt war, brachten Bodenproben ans Licht, dass das Erdreich durch Altöl belastet war und abgetragen werden musste“, erinnert sich Neumann seufzend. Wieder verschob sich der Eröffnungstermin.

Saal für 800 Zuschauer

Schwamm drüber: Das neue Westand steht. 70 Meter misst die dreigeschossige Halle in der Länge, 17 Meter in der Breite. Der Konzertsaal im hinteren Bereich bietet Platz für etwa 800 Zuschauer, „und hat damit die Größenordnung, die der Stadt seit Schließung der Meier Music Hall fehlte“, rechnet Manfred Neumann vor.

So wird der Barbereich im Westand aussehen. Montage: Westand GmbH

Auf der Saalebene wird es einen Ausschank geben, auf der Empore eine Bar mit Lounge-Charakter – der Saal ist so flexibel, dass er sich auch für Hochzeiten und Firmen-Events eignet. Das Catering haben Oliver Stiegemeyer und Nicole Schwalm von der Phils GmbH übernommen. Die Investoren sind besonders stolz auf Architektur und Innenausbau: „In der Optik erinnert der Saal an seine industriellen Wurzeln“, zeigt Neumann auf sichtbar verlaufende Versorgungsrohre und Mini-Fenster, die wie Glasbausteine in die Wand eingelassen sind – eine Idee des beauftragten Architekten Markus Windisch, die dem Westand eine besondere Atmosphäre verleiht. Auch die Technik entspricht allen Anforderungen. „Normalerweise werden Konzertsäle in bestehende Gebäude hineingebaut, die zu Kompromissen zwingen. Das brauchten wir nicht – wir steigen direkt oben ein“, sagt Nötzel und ist überzeugt: „Die Geschichte fängt jetzt erst an.“

Events 2019
27. Juli: Funk and Soul
23. bis 25. August: On Stage Musical
30. August bis 1. September: On Stage Musical
7. September: Techno Festival
15. September: Zebrahead
4. Oktober: Clawfinger
18. Oktober: Atze Schröder
19. Oktober: Stainless Steel
23. Oktober: Jazzkantine
26. Oktober: Maxi Gstettenbauer
31. Oktober: Chefboss
2. November: Heather Nova
3. November: Leoniden
6. November: Komische Nacht
7. November: Christian Steiffen
8. November: Jazzkantine
9. November: Axel Diehl
30. November: Erich von Däniken
7. Dezember: Tonbandgerät
13. und 14. Dezember: Silent Radio
22. Dezember: Callejohn

Weitere Infos zu den geplanten Events unter www.westand.de.

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