Wie breit muss eine Brücke sein? | Neue Braunschweiger
30. April 2020
Verkehr

Wie breit muss eine Brücke sein?

Neubau der Sidonienbrücke – ADFC und Grüne halten Entwurf der Verwaltung für zu schmal

Die Sidonienbrücke ist eine wichtige Okerquerung, die die Innenstadt mit dem Westlichen Ringgebiet verbindet. Nur Fußgänger und Radfahrer können sie benutzen. Die im Wasser stehenden Holzpfeiler sind irreparabel beschädigt. BZV-Archiv: Stachura

Braunschweig. Die Brücke zwischen Sidonienstraße und Hohetorwall muss erneuert werden. Ihre in der Oker stehenden Holzpfeiler sind alt und marode. Die Verwaltung hat dazu jetzt einen Vorschlag erarbeitet, der beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) und den Grünen auf Kritik stößt.

Es geht um die Breite und um das Miteinander von Radfahrern und Fußgängern. „Wir schlagen eine Rahmenkonstruktion vor, welche sich optisch deutlich gegenüber den anderen Okerbrücken abgrenzt“, erläutert Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer: „Die Brückenbreite weitet sich zur Brückenmitte von vier Metern auf bis zu sechs Meter. Dadurch wird ein Bereich zum Verweilen geschaffen, welcher Fußgängern und insbesondere Eltern mit Kindern und Kinderwagen, die den angrenzenden Spielplatz nutzen, ein Verweilen auf der Brücke auch bei stärkerer Frequentierung durch den Radverkehr ermöglicht.“

Zu schmal, findet der ADFC Braunschweig. „Die Aufweitung der Brücke auf sechs Meter im mittleren Bereich mag zwar das Verweilen attraktiver machen, löst jedoch nicht die bereits heute vorhandenen Konflikte und Behinderungen im fließenden Fuß- und Radverkehr. An den Brückenenden ist sogar eine geringere Breite (vier Meter) als heute (4,60 Meter) vorgesehen“, heißt es in einer Stellungnahme. Auch aufgrund des zunehmenden Radverkehrs schlägt der ADFC deshalb vor, „eine Trennung zwischen Fuß- und Radverkehr auf einem ausreichenden Querschnitt anzustreben. Das bedeutet, die Brücke auf der ganzen Länge in einer Breite von mindestens sechs Metern (besser mehr) auszuführen und in der Mitte einen mindestens drei Meter breiten Zweirichtungsradweg vorzusehen.“

Das sehen auch die Grünen so. Der planungspolitische Sprecher Dr. Rainer Mühlnickel erläutert: „Wir können uns inhaltlich den Argumenten des ADFC in vollem Umfang anschließen. Nach den geltenden Regelwerken und Empfehlungen der Fachleute brauchen wir an dieser Stelle eigentlich sogar mehr Platz für den Rad- und Fußverkehr.“

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