Willkommen in der Weststadt

Am Alsterplatz entsteht Vorzeigequartier

Die Wohnungen in dem Haus mit der schicken, grauen Holzfassade sind öffentlich gefördert worden. Der Quadratmeterpreis liegt bei rund sieben Euro. Fotos: Marion Korth

Weststadt. Braunschweig braucht mehr Wohnungen. Vor allem welche, deren Mieten bezahlbar sind. Am Alsterplatz auf dem Gelände der alten IGS Wilhelm Bracke entstehen diese Wohnungen. 180 sind es insgesamt, 62 davon sozial gefördert, um die Mieten niedrig zu halten. Außerdem werden 36 Eigentumswohnungen in Braunschweigs neuem Vorzeigequartier angeboten. Die gute Nachricht: Noch sind nicht alle Wohnungen vergeben. Oberbürgermeister Ulrich Markurth kam am Mittwoch zur Besichtigung. Ab April 2019 werden nach und nach die Mieter einziehen.

Auch andernorts in Braunschweig geht es voran. In sieben Jahren bis 2020 will die Stadt Planungsrecht für 5000 Wohneinheiten schaffen. „Wir sind auf einem sehr guten Weg, unser Ziel zu erreichen“, sagte Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer. Im Nördlichen Ringgebiet und in den Noltemeyer Höfen gehe es ebenfalls voran. Auch an der Rautheimer Straße, an der Feldstraße und in Stöckheim werde sich in den
Hier stand bis 2015 Braunschweigs größte Schule, seitdem das marode Gebäude abgerissen worden ist, wächst am Alsterplatz eine kleine Stadt in der Stadt. Oberbürgermeister Ulrich Markurth und Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer ließen sich am Mittwoch von Torsten Voß, dem Geschäftsführer der Nibelungen Wohnbau, bei einem Rundgang zwischen und in den Rohbauten den Stand der Dinge zeigen.

Überall wird gearbeitet: Dachdämmung, Fassadenverkleidung, Innenausbau. „Das ist öffentlich geförderter Wohnbau“, sagt Voß und weist zu dem Haus mit der dunkelgrauen Holzverkleidung hinüber. Die tragenden Teile sind aus Beton, alles andere aus Holz. Sieht schick aus, die Quadratmeterpreise liegen bei rund fünf und rund sieben Euro. Diese Wohnungen sind bereits alle vergeben, ansonsten ist aber durchaus noch etwas machbar. Dass rund die Hälfte aller Wohnungen bereits verkauft oder vermietet sind, wertet Oberbürgermeister Markurth als „gutes Signal“. Die Leute wollen in der Weststadt wohnen, speziell in diesem neuen Vorzeigequartier.

Den Auftrag, für alle und jeden etwas zu bauen, hat die Niwo konsequent umgesetzt. Es gibt 36 Eigentumswohnungen und 180 Mietwohnungen vom Single-Appartement bis zur Familienmaisonettwohnung über zwei Etagen. Auch besondere Wohnformen werden in den Häusern einen Platz finden. In Zusammenarbeit mit Ambet wird eine Wohnpflegegemeinschaft eingerichtet, die jedem Bewohner bestmögliche Betreuung, privaten Rückzugsraum und soziale Kontakte bietet. Gekocht und gegessen wird beispielsweise gemeinsam. Einziehen wird zudem eine Gruppe, die sich im Netzwerk Gemeinsam Wohnen, gefunden hat. Die Dachterrasse bietet Raum für Begegnungen und fürs Gärtnern in Hochbeeten.

Die großen Schaltkästen in jeder Wohnung wären einem Einfamilienhaus würdig, da liegt nicht nur ein Glasfaseranschluss drin, es sind gleich vier. Außer schnellen Internetverbindungen verfügen einige Wohnungen auch über intelligente Technik, damit kranke und pflegebedürftige Menschen länger in der eigenen Wohnung bleiben können. Bewegungsmelder in jedem Zimmer sollen beispielsweise frühzeitig Notfälle erkennen lassen. Als Musterprojekt will die Niwo in Zusammenarbeit mit dem Klinikum Braunschweig am Alsterplatz das Wohnen auf Zeit ermöglichen. Gedacht ist dieses Angebot für Patienten, die nach einem Krankenhausaufenthalt nicht gleich wieder zurück in ihre Wohnungen können, sei es, weil sie noch Hilfe benötigen, um in den Alltag zurückzufinden, oder in ihrer alten Wohnung noch Umbauten erforderlich sind.
Als Gegengewicht zu der hochverdichteten Bebauung geht es nun an die Gestaltung der Plätze und Grünstreifen rundherum. Eine Kita, Geschäfte und Arztpraxen ergänzen das Ensemble.

Mit großen Schritten geht es bei der Schaffung neuen Wohnraums voran. Oberbürgermeister Ulrich Markurth (v. r.), Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer. Rouven Langanke (Niwo) und Niwo-Geschäftsführer Torsten Voß beim Rundgang durchs neue Quartier am Alsterplatz.

Ab April 2019 bis in den September hinein ziehen dann nach und nach die Neubürger ein.

 

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