„Wir brauchen jeden Spieler“ | Neue Braunschweiger
6. Juni 2020
Sport

„Wir brauchen jeden Spieler“

Vollmann froh über großen Kader – Nach Sieg in Halle heute gegen den Bayern-Nachwuchs

Steffen Nkansah trifft zum 1:0 in Halle und kann es kaum fassen: Sein erstes Punktspieltor für die Eintracht. Marvin Pourié (l.) und Marcel Bär (r.) gratulieren. Foto: Holger John/imago images

Braunschweig. Die Löwen marschieren weiter. Nach dem hart erkämpften 1:0-Auswärtssieg beim Halleschen FC wartet mit dem seit Mitte Dezember ungeschlagenen Nachwuchs des FC Bayern heute ab 14 Uhr die nächste anspruchsvolle Aufgabe. Wie in Halle, wo Trainer Marco Antwerpen gleich auf acht Positionen gewechselt hatte, dürfte es auch dabei zu mehreren Wechseln kommen.

Glückwünsche zum Klassenerhalt nahm Peter Vollmann nach der Partie in Halle gerne an. Hintergrund ist die Tatsache, dass der Sportdirektor vor Saisonbeginn stets das Erreichen der üblicherweise zum Klassenerhalt benötigten Punktzahl eingefordert hatte. Nach dem Erfolg gegen Halle haben die Löwen nun sogar 47 Zähler auf dem Konto und liegen nur noch einen Punkt hinter Tabellenführer MSV Duisburg, der beim 1:1 gegen Jena erneut patzte.

„Über das Erreichen dieser Marke freuen wir uns natürlich“, so Vollmann, der sich nach zwei Siegen in Folge aber nicht „verrückt machen lässt“ und schon gar nicht mit möglichen Aufstiegsszenarien konfrontiert werden will: „Ich bin immer sachlich geblieben, sowohl in guten als auch in schlechten Phasen. Wir tun gut daran, uns weiterhin nur auf das nächste Spiel zu konzentrieren.“ Diese Herangehensweise hat nach dem Auftaktsieg gegen Köln in Halle glänzend funktioniert, obwohl Antwerpen sein Team gleich auf acht Positionen verändert hat. „Die Einstellung hat gestimmt, wir haben gute taktische Disziplin und gutes Zweikampfverhalten an den Tag gelegt und in schwierigen Phasen die Ruhe aufrecht erhalten“, ist Vollmann mit dem Sieg zufrieden, den Steffen Nkansah mit seinem ersten Punktspieltor für Eintracht nach Freistoß von Martin Kobylanski (34.) sichergestellt hat. Der Abwehrspieler hatte zuvor eine schwierige Zeit durchgemacht und war zuletzt selten berücksichtigt worden, was auch auf Lasse Schlüter und Leandro Putaro zutrifft, die in Halle ebenfalls überraschend von Beginn an aufgelaufen sind. „Wir haben immer gesagt, dass wir noch jeden Spieler brauchen werden“, so Vollmann, der im großen Kader während der englischen Wochen enorme Vorteile für Regeneration und Trainingssteuerung sieht. Allerdings warnt er trotz des guten Starts vor zu hohen Erwartungen: „Wir werden auch schlechte Spiele zu sehen bekommen, dann aber hoffentlich nicht mit schlechten Ergebnissen.“

Am Samstag steht das Duell mit dem Bayern-Nachwuchs auf dem Programm, der sich zuletzt keine Blöße gab und ebenfalls im Kampf um die Tabellenspitze mitmischt: „Eine überaus spielstarke Mannschaft mit Akteuren, die weltweit gescoutet worden sind und teilweise schon bei den Profis Erfahrung gesammelt haben.“ Auch wenn die „kleinen Bayern“ nicht ins Aufstiegsrennen eingreifen können, erwartet Vollmann einen hochmotivierten Gegner: „Sie wollen sich empfehlen und weiterhin ihre gute Form präsentieren.“ Neben den zahlreichen Top-Talenten stehen mit Nicolas Feldhahn, Timo Kern und Maximilian Welzmüller aber auch Spieler im Kader der Münchner, die keine von Berufungen in Juniorennationalteams geprägte Vita vorzuweisen haben. „Diese Akteure bringen vor allem Erfahrung, Führungsqualität und menschliche Qualitäten wie Respekt mit“, erklärt Vollmann.

Mannschaft: Engelhardt (3) – Nkansah (2,5), Fürstner (2,5), Wiebe (3) – Schlüter (3), Pfitzner (3), Putaro (3,5) – Kobylanski (3) – Bär (3,5), Pourié (3), Biankadi (3)
Eingewechselt: 63. Kessel (-) für Putaro; 68. Kammerbauer (-) und Feigenspan (-) für Kobylanski und Bär
Tore: 0:1 (34.) Nkansah (Vorarbeit Kobylanski)
Gelbe Karten: Nkansah, Wiebe
Rote Karte: S. Mai (Halle/88.)

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