„Wir erfahrenen Spieler müssen vorangehen“ | Neue Braunschweiger
27. November 2020
Sport

„Wir erfahrenen Spieler müssen vorangehen“

Felix Kroos kämpft mit Eintracht um den Klassenerhalt und hofft auf erfolgreiche Zeiten

Felix Kroos möchte mit den Löwen seine eigene Erfolgsgeschichte schreiben. Foto: Hübner/imago

Braunschweig. Mit über 200 Erst- und Zweitligaspielen ist Felix Kroos einer der erfahrensten Akteure im Eintracht-Kader, der insgesamt nur eine vierstellige Anzahl von Begegnungen in einer der beiden Spielklassen aufweist. Bis zum Sommer hatte der 29-Jährige bei Union Berlin unter Vertrag gestanden, war anschließend ohne Vertrag und entschied sich Anfang September zu einem Wechsel in die Löwenstadt, um mit der Mannschaft von Daniel Meyer den Klassenerhalt ins Visier zu nehmen.

„Für mich war immer klar, dass ich zu einem Verein wechseln möchte, wo eine gewisse Tradition, Power im Umfeld und auch Potenzial für die Zukunft dahinterstecken“, erklärt der gebürtige Greifswalder die Gründe für seinen Wechsel zu den Blau-Gelben, nachdem er im Sommer für zwei Monate zunächst vereinslos gewesen war.

„Eine komische Zeit“ sei dies für den Mittelfeldspieler aus fußballerischer Perspektive gewesen. Privat war der Sommer allerdings äußerst erfreulich, da er sich mit seiner Frau Lisa über die Geburt der gemeinsamen Tochter freuen konnte: „Das war eine positive Ablenkung“. Trotz der Vaterfreuden war Kroos anschließend jedoch froh, wieder einen Verein zu haben, auch sein anfänglicher Trainingsrückstand ist längst nicht mehr vorhanden: „Wenn man in der zweiten Halbzeit noch einmal zulegen kann, ist das der beste Indikator dafür, dass man fit ist“, so Kroos, der die Herausforderung Abstiegskampf gemeinsam mit seinen Teamkollegen erfolgreich meistern möchte. Mut macht ihm dabei vor allem die in den vergangenen Wochen an den Tag gelegte Effektivität, die der Elf von Daniel Meyer vor der gestrigen Partie gegen Darmstadt 98 (bei Redaktionsschluss noch nicht beendet) immerhin acht Zähler auf die Habenseite gebracht hat: „Mittlerweile erarbeiten wir uns genug Chancen und haben in jedem Spiel das Gefühl in der Lage zu sein, unser Tor zu machen.“

Luft nach oben sieht er allerdings im Defensivverbund, wo die vielen Gegentore noch immer ein Manko sind, das die Löwen möglichst schnell in den Griff bekommen sollten: „Wir brauchen auch mal Spiele, in denen wir zu null spiel oder maximal ein Gegentor bekommen. Dann ist die Chance hoch, dass wir einen oder drei Punkte mitnehmen können“, weiß der Routinier, der beim 1:3 gegen Karlsruhe beinahe seinen Premierentreffer erzielt hätte, mit seinem Freistoß aber am Lattenkreuz scheiterte. Am Klassenerhalt mit den Löwen hegt er jedoch ebenso wenig Zweifel wie sein Bruder Toni, der 2014 mit der Nationalmannschaft den Weltmeistertitel erringen konnte: „Er macht sich keine Sorgen um uns, das kann ich versichern“, erklärt Kroos, der ein enges Verhältnis zu seinem bei Real Madrid unter Vertrag stehenden Bruder besitzt, aber auch ehrlich zugibt, manche dahingehenden Fragen in seiner Karriere schon „tausendmal gehört“ zu haben.

Er selbst möchte mit den Löwen seine eigene Erfolgsgeschichte schreiben, die vor allem den Klassenerhalt im kommenden Sommer einschließen soll. Dabei will er als erfahrener Akteur vor allem die jüngeren Spieler im Eintracht-Kader unterstützen, denen die Anpassung an die neue Spielklasse bisweilen noch schwer zu fallen scheint: „Das ist ein Lernprozess, wir erfahrenen Spieler müssen auf dem Platz vorangehen“, lautet seine Forderung an sich und die anderen routinierten Kräfte im Kader. Gelingt dies, ist dem ehemaligen Juniorennationalspieler mit Blick auf seine Vertragslaufzeit bis 2022 nicht bange: „Wenn wir uns entwickeln und unser Potenzial ausschöpfen, kann es für mich persönlich und für Eintracht eine erfolgreiche Zeit werden.“

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