Wir machen das Beste daraus | Neue Braunschweiger
2. April 2020
Menschen

Wir machen das Beste daraus

Corona hat unseren Alltag verändert - Wie erleben Sie die Situation?

Nach getaner Arbeit: Elisa, Johann und Helen zwischen dem eingesammelten Müll aus Lehndorf. Foto: privat

Auf unseren Aufruf hin, hat uns NB-Leserin Renate Pütz folgende Geschichte aus Italien geschickt: 
Meine Tochter lebt mit ihrem italienischen Mann und drei Kindern in Frascati, Italien. Nun wird dort seit zwei Wochen eine Ausgangssperre praktiziert. Bei Nichtbeachtung der Auflagen drohen Geld- und Gefängnisstrafen. Einmal in der Woche fährt eine Person zum Einkaufen in den Supermercato. Ansonsten sind alle verpflichtet, sich in der Wohnung aufzuhalten. Diese ist nicht sonderlich groß. Es gibt eine kleine Terrasse, auf der ein Kicker steht.
Die Kinder und Eltern freuen sich, dass sie Zeit miteinander verbringen können und keine Verpflichtungen außer Haus rufen. Der Tagesablauf gestaltet sich so: Die Familie macht vor dem Frühstück Gymnastik. Dann wird gemeinsam gegessen. Die Kinder machen Hausaufgaben oder Unterricht per Internet. Um 11 Uhr ist Kickerpause. Mahlzeiten we

rden mit oder ohne Kinderhilfe zubereitet. Fast täglich finden Telefonate mit Nonna und Nonno statt. Das Wochenende wird fast nur auf der Terrasse verbracht. Da kann man sich auch mit den Nachbarn unterhalten ohne gegen die Regeln zu verstoßen. Eine tolle Aktion während der Corona-Krise war das Bemalen eines Betttuches, auf dem steht: „Alles wird gut. Ich bleibe zu Hause“. Die Kinder freuen sich jetzt schon auf den Urlaub bei Oma Renate in Braunschweig.

Die Kinder bemalten ein Betttuch auf dem steht: „Alles wird gut. Ich bleibe zu Hause“. Foto: privat

Auch NB-Leser Axel Don macht das Beste aus der Situation: Mit seinen drei Kindern startete er eine Müllsammelaktion, damit Braunschweig auch ohne den offiziellen Stadtputz wieder sauberer wird. Er schreibt:
Die Geschwister Elisa (9), Johann (9) und Helene (8) haben die ausgefallene Stadtputzaktion zusammen nachgeholt. Mit ihren Eltern haben sie in Lehndorf einen Nachmittag lang Müll gesammelt. Vier große Säcke voll sind es geworden. „Überall im Gebüsch und im Wald lag der Müll verstreut“, berichtet Johann, „besonders entlang der Hauptstraße“. Am besten fanden sie den riesigen alten Schlauch, den sie im Wald gefunden haben. „Richtig ekelig waren die ganzen Tüten voll Hundekacke“, fand Elisa. Helene zieht Bilanz: „Das hat richtig Spaß gemacht und ist gut für die Umwelt“. Den ganzen Müll haben die Kinder erst einmal auf einem Bollerwagen zu sich nach Hause gebracht. Die Müllentsorger von ALBA haben aber schon zugesagt, diesen Unrat kostenfrei abzuholen. Für die Kinder, die anfangen sich zu langweilen, ist das eine prima Idee und das Beste, was man aus der jetzigen Situation machen kann.

 

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