21. Februar 2020
Menschen

„Wir sind ein Haufen Wolle und völlig von der Rolle“

NB-Leseraktion "Mein Karneval"

Der Schoduvel als Gruppenevent. Foto: privat

NB-Leseraktion „Mein Karneval“: Die NB hat zahlreiche tolle Zuschriften und Fotos bekommen, wie unsere Leser Karneval feiern und sich verkleiden. Hier die Geschichten:

Braunschweiger Bierdosen, Schafe, Papageien im Ei und Pusteblumen. Ralph und Corinna Wunderlich ziehen beim Schoduvel garantiert die Blicke auf sich. Und sie sind nicht allein. Was einmal als Familienausflug mit den Kindern begann, ist jetzt ein Gruppenevent. Jedes Jahr reisen die Wunderlichs mit vier weiteren Familien aus Schwülper, Broistedt, Woltwiesche und Barbecke an, jedes Mal verkörpern sie ein anderes Motto. Inzwischen hat die Gruppe – immerhin 20 Personen – schon zahlreiche Preise bei den Zuschauerwettbewerben gewonnen.

„Ich bin schon immer zum Karnevalsumzug nach Braunschweig gegangen“, erinnert sich Corinna, „erst mit meinen Eltern, dann mit meinem Mann und Kindern.“ Mit den Jahren wurden die Kostüme immer ausgeklügelter – vor allem als noch weitere Freunde hinzustießen. Schon weit vor Karneval werden auf gemeinsamen Radtouren und Geburtstagen Ideen gesammelt und geplant.

„Am Tag des Umzugs treffen wir uns immer zum Frühstück in Woltwiesche, kostümieren und schminken uns und dann geht’s los – erst mit dem Zug nach Braunschweig und dann zu unserem Stammplatz am Magnitorwall“, schreibt uns Corinna.
Die Kostüme für dieses Jahr sind natürlich längst geplant und genäht: Wunderlichs und Freunde gehen als Garnrollen, ganz getreu dem Motto: „Wir sind ein Haufen Wolle und völlig von der Rolle“ …

NB-Leserin Ines Würfel (5.v.l.) hat uns dieses Bild aus dem vergangenen Jahr geschickt und schreibt: „Wir sind eine Gruppe Frauen, die schon seit einigen Jahren zum Umzug nach Braunschweig fahren – als Einhörner, Polizisten oder – wie hier 2019 als Sektflaschen und ein Bierkrug. Wir – das sind Kerstin, Monika, Melanie, Janine und ich. 2020 werden wir übrigens als Pandas am Zug stehen.“ Also: Augen auf!

Foto: privat

NB-Leserin Jasmina Küsting (rechts) stürzt sich seit Jahren mit ihrer Mutter in den Straßenkarneval. „Früher als ich noch kleiner war, hat meine Mama meine Kostüme immer selber genäht“, schreibt sie. Geschneidert wurde immer erst einen Tag vorher und dann unter Hochdruck, weil sich Klein-Jasmina nie entscheiden konnte. „Ich war schon alles: ein Maiglöckchen, ein Teufel, eine bezaubernde Jeannie, Pippi Langstrumpf…“, erinnert sich die Leserin. Auch jetzt als Erwachsene sei sie immer noch verliebt in die fünfte Jahreszeit. Mutter und Tochter nähen und basteln ihre Kostüme immer gemeinsam. „Und dann geht’s los. Sie schafft es sogar, mich unter den Tisch zu trinken.“

Foto: privat

Für seine Kostüme durchwühlt Thomas Ebel auch schon mal die Abstellkammer. „Verkleiden kann man sich auch mit wenigen gekauften Utensilien“, schreibt uns der Rüninger, der den Karneval liebt und gerne mal in eine andere Rolle schlüpft. In diesem Jahr heißt sein Thema „Steampunk“. Was sich dahinter verbirgt? „Dampfmaschinen, Industriezeitalter, ordentlich Kohlenruß im Gesicht“, klärt uns Thomas Ebel auf.

Und für eben dieses Thema hübschte der „Zeitreisende“ zum Beispiel einen alten Besenstil auf. Lackiert, beklebt und verschraubt ist er jetzt, der Spazierstock. „Der Knauf ist eigentlich für Schubladen, am anderen Ende steckt eine Schutzkappe für Tischbeine – fertig“, ist der Rüninger stolz auf seine Lösung. Der Hut wurde kurzerhand nass gemacht, ausgestopft und damit auf die nötige Größe 62 gebracht.

Foto: privat

Blieben die Zahnräder. Mit den selbstklebenden Möbelgleiter hielten sie genau einen Tag an dem schwarzen schweren Mantel, dann fielen sie ab. Auch dafür fand Thomas eine Lösung: Klettband von der Rolle. Jetzt halten sie wie eine eins.
Keine Frage: Der Schoduvel ist in Thomas Ebels Kalender ein fester Termin. Jedes Jahr ist er dabei und bei den Zuschauern beliebt. „Einmal brachte ich graue Ikea-Mäuse mit, die bei den Kindern so begehrt waren, dass ich ohne eine einzige Maus nach Hause zurückkehrte.“ Jetzt wünscht er sich nur noch eins: Das der Umzug morgen friedlich und fröhlich bleibt …

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