„Wir wollten einfach nur helfen“

Vier Freundinnen sammelten für kleine Krebspatienten und gingen dafür Klinken putzen

Brachten Iris Heinze von der Elterninitiative Weggefährten zum Strahlen: v.r. Anna Maria (9), Liara (9), Nele (9) und Shila (9) mit Narwin. Foto: Birgit Wiefel

Timmerlah/Innenstadt. Gutes tun ist keine Frage des Alters – davon sind Shila, Nele, Liara und Anna Maria fest überzeugt. Im Sommer starteten die vier Mädchen deshalb eine Sammelaktion, wie sie in ihrem Heimatort Timmerlah sicher nicht alle Tage vorkommt.

Mit vier Packungen Süßigkeiten im Gepäck marschierten die neunjährigen Grundschülerinnen los – von Haus zu Haus, von Wohnung zu Wohnung – und sammelten drei Stunden lang für krebskranke Kinder. Im Regen. Ohne Promis im Schlepptau. Ohne große Organisation im Rücken. In dieser Woche überreichten sie den Erlös an den Verein Weggefährten: Ganze 145 Euro waren bei der Sammelaktion zusammengekommen.
Ursprünglich wollten sich die vier für den Arche Noah Zoo engagieren, „aber dann erzählten uns unsere Eltern von der Kinderkrebsstation in der Holwedeklinik und den Weggefährten“, erinnert sich die zarte Anna Maria.
Die Aktionen der Elterninitiative, die kleine Patienten wieder zum Lachen bringen möchte, begeisterte die Mädchen sofort. Von da an stand der Plan fest. „Wir sind einfach in einen Supermarkt gegangen, haben vier Pakete Süßigkeiten gekauft und sind losgezogen“, sprudelt es aus der munteren Liara.

Einfach bei fremden Menschen klingeln und die Hand aufhalten – dazu gehört ganz schön viel Mut. Und den hatten die vier Timmerlaherinnen. „Die meisten waren sehr nett, aber manche haben uns auch abgewimmelt“, erzählt Anna Maria.
Am Ende hatten sie eine Summe von knapp 85 Euro eingenommen, die von den Eltern noch einmal aufgestockt wurde. Iris Heinze, Vorstandsmitglied der Weggefährten staunte nicht schlecht, als ihr vor Kurzem 150 Euro überreicht wurden. „Die verwenden wir auf jeden Fall dazu, unseren Kindern einen Herzenswunsch zu erfüllen“, versprach sie den Mädchen.
Übrigens: Anna Maria, Liara, Nele und Shila haben mit ihrer Aktion nicht nur Eltern und Nachbarn, sondern auch ihre Lehrer sprachlos gemacht. „Wir wurden alle gelobt“, berichtet Nele stolz über die Reaktionen an der Grundschule Timmerlah.
Wenn es nach den Lehrern geht, soll die Sammelaktion auch noch ausgeweitet werden, „vielleicht ziehen wir dann mit der ganzen Klasse los“, freut sich Liara.

^