26. Oktober 2018
Bildung

„Wir wurden praktisch überrannt“

Das Quartier St. Leonhard nimmt Formen an: In dieser Woche wurde die Kita eröffnet

Feierten die Eröffnung der internationalen Kita St. Leonhard (v.l.): Oliver Stier (Vorstand CJD ) , OB Ulrich Markurth, Direktorin Anke Schulz, Kita-Leiterin Julia Dogan, Kirk Chamberlain (CJD Braunschweig, Salzgitter und Wolfsburg), Erika Borek (Richard Borek Unternehmensgruppe), Dirk Gähle (CJD) und Uwe Klaue (Fachbereichsleiter CJD). Foto: Birgit Wiefel

Östliches Ringgebiet. Ordnung muss sein. Das gilt auch für einen Oberbürgermeister und Investoren. Bei der Eröffnung der internationalen Kita St. Leonhard in dieser Woche hieß es am Eingang erst einmal Schuhe aus!

„So ein Beginn auf leisen Sohlen – das passt eigentlich gar nicht zu diesem Großprojekt“, sagte OB Ulrich Markurth zur Begrüßung. Rund 80 Gäste waren gekommen, um die Fertigstellung der Kita unter Regie des Christlichen Jugenddorfwerks Deutschland (CJD) zu feiern. Der flache Bau in hellem mintgrün, weiß und Holz ist ein Teil des neuen Quartiers St. Leonhard, das derzeit gegenüber der Stadthalle entsteht. Und er ist das erste von fünf Gebäuden, das jetzt bezugsfertig ist.

„Die Vorgeschichte war lang und kompliziert“, räumte Markurth ein. Für rund 35 Millionen Euro baut die Borek Immobilien GmbH auf dem Gelände ein integratives Stadtviertel mit Wohnraum für Menschen mit und ohne Behinderung und Senioren sowie einer Fachambulanz und Arztpraxen.
Zum ersten Bauabschnitt gehörte neben der Kita auch ein Internat, das Anfang November bezugsfertig sein soll. „Sie sind der Anfang eines sozialen Leuchtturmprojektes“, betonte Erika Borek.

Julia Dogan, frisch gebackene Kita-Leiterin, erinnerte an die hektischen Monate vor der Eröffnung. „Gleich nach der Begrüßung im Frühjahr drückte mir Ursula Hellert, die ehemalige Gesamtleiterin des CJD Braunschweig, einen Stapel mit Akten in die Hand“, sagt Dogan lachend. Unzählige Anfragen von Eltern mussten beantwortet werden. „105 Plätze können wir anbieten. Mehr als 300 Bewerbungen haben wir bekommen“, berichtet sie von dem ersten Ansturm. Für Oberbürgermeister Ulrich Markurth ein Zeichen, dass „ein Riesenbedarf besteht“. „270  000 Plätze werden in den kommenden Jahren fehlen – das erfordert neue Bauten, aber vor allem auch deutlich mehr Fachkräfte“, mahnte Markurth.

Das Besondere an der neuen Kita: Die Kinder wachsen von Anfang an zweisprachig auf. „Wir kommunizieren hier auf Englisch, auf Deutsch, mit Händen und Füßen und wenn’s gar nicht mehr anders geht mit dem Google Übersetzer“, erzählt Julia Dogan von den ersten Tagen mit Kindern und Eltern. Die waren beim Tag der Eröffnung nicht mit dabei: Das Kommen und Gehen wäre zu aufregend für sie gewesen. An ihrer Stelle spielten Kinder der International School in den Räumen.
Für Oliver Stier vom Vorstand des bundesweiten CJD ist der internationale Kindergarten ein gutes Beispiel wie das Zusammenleben funktionieren kann. „Er bildet ein Gegengewicht zu den aktuellen nationalen Tendenzen. Hier leben 26 Nationen friedlich unter einem Dach …“

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