Wirtschaft bleibt gelassen | Neue Braunschweiger
25. Januar 2019
Wirtschaft

Wirtschaft bleibt gelassen

IHK-Umfrage: Trotz Widrigkeiten nur leichte Abschwächung

Die aktuelle Lage ist zufriedenstellend, die Geschäftserwartungen trüben sich allerdings ein. Foto: IHK/oh

Braunschweig (m). Allen aktuellen Widrigkeiten zum Trotz hat sich das Konjunkturklima im Wirtschaftsraum Braunschweig-Wolfsburg nur geringfügig abgeschwächt.

Dies zeigt der erste gemeinsame Konjunkturbericht der Industrie- und Handelskammern Braunschweig und Lüneburg-Wolfsburg für das vierte Quartal 2018.

Werte über Durchschnitt

Demnach gab der Konjunkturklimaindikator zwar um drei Punkte nach – mit einem Stand von 118 liegt er aber immer noch acht Punkte über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. Nach wie vor ist die klare Mehrheit der regionalen Unternehmen mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufrieden. 41 Prozent der Betriebe beurteilen ihre Geschäftslage als gut, etwas mehr als die Hälfte sieht sie als befriedigend an. Lediglich 7 Prozent bewerten ihre Situation als schlecht. Ähnliche Zahlen waren auch im Vorquartal zu verzeichnen.

Viele Ungewissheiten

Negativ beeinflusst wurde der Klimaindikator somit nicht durch die aktuellen Lagebewertungen der Unternehmen, sondern allein durch die Geschäftserwartungen, die sich zum Jahreswechsel merklich eingetrübt haben. „Die regionale Wirtschaft zeigt sich weiterhin kraftvoll und widerstandsfähig. Dabei wirken derzeit zahlreiche ungünstige Umstände auf sie ein. Insbesondere das internationale Umfeld bereitet erhebliche Sorgen. Die allgemeine weltwirtschaftliche Abkühlung, der zunehmende Protektionismus, die weiter um sich greifenden Handelskonflikte, diverse Embargomaßnahmen, der chaotisch anmutende Brexit und die instabile Verfassung der Europäischen Union beunruhigen vor allem die Exportwirtschaft“, sagt Dr. Bernd Meier, Hauptgeschäftsführer der IHK Braunschweig, und ergänzt: „Die rückläufigen Geschäftserwartungen lassen befürchten, dass die Unternehmen diese Belastungen künftig nicht mehr so einfach wegstecken werden.“ Auch Michael Zeinert, Hauptgeschäftsführer der IHK Lüneburg-Wolfsburg, rechnet damit, dass der derzeit noch flotte Konjunkturzug im angebrochenen Jahr an Fahrt verlieren wird: „Auf Dauer wird sich die regionale Wirtschaft all den negativen Einflüssen auf das Auslandsgeschäft kaum entziehen können, zumal hausgemachte Belastungen hinzukommen.

Dringende Hausaufgaben

Vor allem der zunehmende Fachkräftemangel, aktuell aber auch steigende Energie- und Rohstoffkosten sowie die bekannten Infrastrukturdefizite bremsen das Wachstum. Es sind also noch zahlreiche Hausaufgaben zu erledigen, damit die Unternehmen im Wirtschaftsraum Braunschweig-Wolfsburg ihre Dynamik auch künftig so entfalten können, wie dies momentan noch der Fall ist.“ Am besten läuft die Konjunktur aktuell im Dienstleistungssektor und in der Industrie.

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