Wissenschaft und Technik live | Neue Braunschweiger
10. April 2018
Kultur

Wissenschaft und Technik live

Phaeno-Direktor Michel Junge hat sein Hobby zum Beruf gemacht

Phaeno-Direktor Michel Junge war bereits früh der Technik verbunden. Das Gerät, mit dem durch Luftdruck die unterschiedlichsten, aufsteigenden Blasen in einem wassergefüllten Zylinder erzeugt werden, fasziniert ihn in der Phaeno-Ausstellung am meisten. Foto: Lotta von Rutenberg

Von Andreas Stolz, 10.04.2018

Wolfsburg. „Es ist doch toll, wenn man sein Hobby zum Beruf gemacht hat.“ Der das sagt, ist der 57-jährige Michel Junge. Er ist nunmehr seit viereinhalb Jahren Direktor des Phaeno in Wolfsburg. Und: „Es ist mein Traumjob“, führt der gebürtige Elmshorner weiterhin aus, „manchmal auch zum Leidwesen meiner Familie.“ Junge erklärt diese Äußerung mit einem leichten Augenzwinkern. „Wenn wir sonntags am Frühstückstisch sitzen, und es regnet in Strömen, spreche ich von tollem Wetter und denke daran, dass wohl viele Besucher nach Wolfsburg ins Phaeno kommen werden. Meine Frau, mein Sohn und meine Tochter rollen dann nur mit den Augen.“

Technikaffin
Michel Junge war bereits seit frühester Zeit der Technik verbunden. „Als Grundschüler habe ich einmal ein Bild für meine Mutter gemalt. Darauf waren Roboter zu sehen, die die Hausarbeiten erledigt haben“, blickt der Phaeno-Chef im Gespräch mit der Neuen Helmstedter zurück. Seine Lieblingsfächer in der Schule waren, es erstaunt nicht, Mathematik und Physik. Was Junge dann folgerichtig in Flensburg studierte, mit dem Ziel, Lehrer zu werden. Die schlechte Stellensituation an Schulen in den 1980er-Jahren ließ den beruflichen Weg dann doch anders verlaufen. Michel Junge entwarf und baute Exponate, schon zu Studienzeiten, und erfüllte sich damit seinen ersten Traum. „Das wollte ich immer machen.“ Sein erstes „Wissenschaftswerkstück“ war 1982 ein gekoppeltes Pendel, eine Spiralfeder sorgte dabei für unterschiedliche Schwingfiguren. Zusammen mit seinem damaligen Professor gründete Junge dann das „Phänomenta“ in Flensburg. Über Winterthur – „da wollte ich eigentlich gar nicht weg, aber ich wollte auch unbedingt ins Phaeno“, kam der damalige Ausstellungsleiter aus der Schweiz nach Wolfsburg. Die „Wissenschaftslandschaft“, den Zaha-Hadid-Bau am Nordkopf, kannte Michel Junge schon von Beginn an. „Wir in Winterthur haben geholfen, das Phaeno mit Exponaten einzurichten.“ Heute ist der 57-Jährige, der sich voll zum Teamgedanken bekennt und ihn in der beruflichen Praxis auch lebt, Chef von mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Ein direktes Lieblingsexponat in seinem Hause hat er nicht. Aber ein recht simpel wirkendes, in seiner überraschenden Vielfalt beeindruckendes Ausstellungsstück, fasziniert ihn sehr: Es ist das Gerät, mit dem durch Luftdruck die unterschiedlichsten, aufsteigenden Blasen in einem wassergefüllten Zylinder erzeugt werden.

Entdecken und erfahren
Was dem Direktor besonders am Herzen liegt, sind die Kinder und Jugendlichen, die im Phaeno auf spielerisch-interessante Weise naturwissenschaftliche Entdeckungen und Erfahrungen machen (können).

Kreative Leidenschaft
Hat Michel Junge außer seiner Arbeit noch weitere Hobbys? Ja, na klar! Er fährt gern Cabrio und beschäftigt sich derzeit gerade mit dem Fotografieren und der Architektur. Außerdem: Kochen ist des Physikers kreative Leidenschaft.

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