Wolfsburg zeigt Flagge für Europa

Schüler engagieren sich für die deutsch-französische Freundschaft

Von Andreas Stolz, 15.05.2018

Wolfsburg. Es ist guter Brauch, dass die Stadt Wolfsburg am Europatag im Mai die EU-Fahnen vor ihrem Rathaus hisst. Das tun der Oberbürgermeister Klaus Mohrs sowie die ehrenamtliche Bürgermeisterriege mit Bärbel Weist, Günter Lach und Ingolf Viereck. Das multikulturell geprägte Wolfsburg ist Europastadt, und in die Zeremonie auf dem Rathausplatz bringen sich auch die zertifizierten Europaschulen der Kommune ein. In diesem Jahr waren das die Eichendorffschule, die Oberschüler des zehnten Jahrgangs präsentierten Texte zur deutsch-französischen Geschichte, und das Ratsgymnasium, das die Fahnenzeremonie mit einer Bläsergruppe begleitete.
Unter den mehr als 100 Gästen waren auch die Präsidiumsmitglieder des Internationalen Freundeskreises, Elisabeth Poetsch, Manfred Hüller und Marius Dehm. Außerdem die Leiter der Europaschulen Jenny Voß (Ratsgymnasium) sowie Karl Heinz Müller und Christian Lübke (Eichendorffschule).

Allen Zuhörern, ob jung oder alt, schrieb der Oberbürgermeister angesichts nationalistischer Tendenzen in der Gesellschaft ins Stammbuch: „Es wird immer wichtiger, dass wir für Europa Flagge zeigen.“ Außerdem attestierte Wolfsburgs Stadtoberhaupt der EU wirtschaftlichen Erfolg. Mohrs gab jedoch zu bedenken: „Wir müssen den Gewinn solidarisch verteilen.“
Die Eichendorff-Oberschüler Hannah Berndt, Lucy Lamprecht, Flavio Perricone, Luca Wunsch und Oliver Trzonnek hatten für die Zeremonie einen Textbeitrag vorbereitet. Anschließend gingen die Zehntklässler, die nachgezeichnet hatten, wie aus Völkerfeindschaft eine Länderfreundschaft wurde, zu einer Ausstellungseröffnung. Dort kamen sie sie mit Oberbürgermeister Klaus Mohrs ins Gespräch.

Das Stadtoberhaupt sprach Begrüßungsworte zu einer Exposition, die der Internationale Freundeskreis Wolfsburg in der Bürgerhalle des Rathauses präsentiert. Unter dem Leitwort „Die deutsch-französische Freundschaft. Nach Krieg und Erbfeindschaft – Beispiel für die Welt“, werden 54 Karikaturen präsentiert. Sie sind, wie es Laure Dréano Meyer, die Leiterin von Antenne Métropole Hannover, formulierte, „provokativ, tabubrechend und grenzüberschreitend. Sie können uns zum Lachen bringen, haben aber auch eine ernste Botschaft, die zum Nachdenken anregt.“ Der Oberbürgermeister betonte mit Blick auf Städtepartnerschaften: „Die Begegnung unter den Menschen ist äußerst wichtig.“ Die Karikaturen in der Bürgerhalle sah Mohrs so: „Sie bieten viele Anstöße, um über Europa nachzudenken.“

Zu sehen sind die Bilder bis zum kommenden Freitag, 18. Mai.

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