23. Januar 2018
Kultur

Wortgewalt unterm Apfelbaum

Plattdeutsche Theatergruppe Bornum feiert gelungene Premiere

Nicht alle Interessenten „for de Appels“ wollen selbst pflücken. So machen sich Annette Körtje als Lieschen und Detlef Hädelt als Menne an die Arbeit – komisch und umständlich mit vielen Spaßeffekten. Foto: Werner Gantz

Von Werner Gantz, 23.1.2018

Bornum. Nach einem Jahr Pause gibt die Plattdeutsche Theatergruppe bis zum 11. März wieder 14 Darbietungen. Die gut besuchte Premiere des neuen Stückes von Autor und Regisseur Lothar Claus „Na, wie kriejet woll wedda nist aff?!“ fand am vergangenen Freitag im Stammlokal Lindenhof statt.
Das Interesse an Spaß und Unterhaltung in der typischen braunschweigischen Mundart hält auch nach 32 Jahren seit der Gründung der damals jungen Laienspielgruppe durch Autor Gerhard Röhrig ungebrochen an. Die Stammbesetzung ist inzwischen durch einige Talente aufgefrischt und auch mit Lothar Claus gibt es einen Wechsel des „Chefpostens“.
Traditionell begrüßte Claus die Gäste und gab eine kurze Einführung zum Thema. Hierbei gab es schon die ersten humorvollen Darstellungen. „Der Titel stammt aus der Betrachtung beim Aufziehen dunkler Wolken und der Bemerkung, dass hier die Äcker und Gärten wieder keinen Regen abkriegen werden“, erklärte Claus allen Nicht-Plattdeutsch-Sprechenden. Im Kern geht es um zu verpachtende Äpfelbäume und das Problem, dass weniger Früchte als Interessenten vorhanden sind.
Das Bühnenbild ist entsprechend mit einem vollen Apfelbaum ausgestattet. Außerdem gibt es da noch eine Sitzbank, Reinholds Ruh genannt. Gleich beim Einstieg hatten „de Frunslüh“ mit viel Text das Vorhaben zu erklären und hatten dabei auch das Verkuppeln von Unverheirateten im Sinn. Annette Körtje brillierte dabei als witzige Wortgewaltige. „Ja, ja, so makt wie datt“, lautete der Beschluss der Frauenrunde.
Ja, gute Unterhaltung und Spaß wollten die Besucher erleben und sie bekamen das auch rund zwei Stunden lang geboten. Die Dialoge sind vom Autor so mit Pointen gefüllt, dass die Lachmuskeln kaum zur Ruhe kommen. Die Bornumer kommen gerne, um zu hören, welche „Gramatchen“ (Spaßereignisse) in das Stück eingebaut worden sind und Auswärtige kennen aus den vielen Jahren der Existenz den unvergleichlichen Unterhaltungswert der Theateraufführungen in Plattdeutsch. „Deftige Ausdrücke können ohne Beleidigungspotenzial verwendet werden“, hatte einst der Gründer des Bornumer Theaters, Gerhard Röhrig, festgestellt. Weiter geht es am Samstag (27. Januar) um 20 Uhr im Lindenhof. Die Mitwirkenden sind: Klaus Meier, Reiner Claus, Christof Meier, Matthias Futterschneider, Steffen Wagner, Ilka Hädelt, Andrea Wagner, Annette Körtje, Mireille Claus, Autor Lothar Claus, Detlef Hädelt, Britta Mönnich-Meier und Andreas Claus. Für einige Aufführungen sind noch Karten verfügbar. Interessenten melden sich bei Detlef Hädelt, Fachgeschäft Goltsche in Königslutter, Helmstedter Straße 34, Telefon 05353/9 63 00.

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