„Wünsch dir was“ auf hohem Niveau

Stadtentwicklung aktiv gestalten: Entwurf legt die großen Zukunftsziele der Stadt fest

Stehlampe und Pulte waren schon bei der ersten Veranstaltung dabei, jetzt wurde das Ergebnis präsentiert (v. r.): Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer, Oberbürgermeister Ulrich Markurth, Thorsten War-necke, Fachbereichsleiter Stadtplanung, sowie Birte Kepp und Stephan Große von Urbanista. Foto: Marion Korth

Von Marion Korth, 15. Juni 2018.

 Die Menschen einer Stadt stellen sich die Zukunft vor. Beim Traumbild ist es nicht geblieben: Oberbürgermeister Ulrich Markurth hat gestern den Entwurf für das Integrierte Stadtentwicklungskonzept Braunschweig vorgestellt.

Der Schlusspunkt für den Beteiligungsprozess „Denk Deine Stadt“ ist damit gesetzt. Außer den vielen guten Ideen, die Bürger in dem dreijährigen Prozess in Workshops entwickelt haben, bleibt für die Beteiligten in der Verwaltung noch etwas anderes zurück. „Überraschend war der Prozess an sich. Es war sehr ermutigend zu sehen, wie viele Menschen diesen weiten Blick auf die Stadt haben“, sagte Markurth. Denn in den Workshops ging es nicht mehr nur ums tägliche Klein-Klein. Über Fachgebiete und Stadtteilgrenzen wurde weit hinausgedacht, um Gedanken zum Wohnen, zu Mobilität oder zum Lernen zu entwickeln. Der Entwurf geht jetzt in alle Ausschüsse und Stadtbezirksräte, bevor der Rat im November darüber abstimmt. Den Bürgern wird das Werk am Mittwoch, 20. Juni, im Zukunftszelt auf dem Platz der Deutschen Einheit vorgestellt.

Nicht jede Idee wurde aufgenommen, aber …

Natürlich wusste die Stadt von den Brachflächen am Bahnhof, welches Potenzial aber darin steckt, wie die Planungen konkretisiert werden können, das ist erst durch den Dialog mit den Bürgern wirklich klargeworden und mündete in den einstimmigen Ratsbeschluss zum Stadtumbauprogramm „Bahnstadt“. Dieses Beispiel nannte Oberbürgermeister Ulrich Markurth, um zu verdeutlichen, welche Impulse der Beteiligungsprozess „Denk Deine Stadt“ gegeben hat. Niemand solle enttäuscht sein, dass mit dem jetzt vorgelegten Entwurf nicht wirklich ein allumfassender Startschuss gegeben wird, die Zeit sei nicht stehengeblieben, manche Projekte wie der Stadtbahnausbau schon angeschoben. Auch werde sich in dem Entwurf nicht jede einzelne Idee wiederfinden. Birte Kepp von der Agentur Urbanista: „Wir haben versucht herauszufinden, welcher übergeordnete Wunsch darübersteht.“ Insgesamt fünf Leitziele sind definiert worden, außerdem zwölf Arbeitsfelder mit kurz- und langfristig zu verwirklichenden Maßnahmen. Die Überwachung, damit die Ziele nicht aus den Augen verloren werden und weiterhin fachbereichsübergreifend gedacht wird, hat Markurth zur Chefsache erklärt. Der Entwurf zeige, „aktives Gestalten kann gelingen“. Nach der Präsentation des Entwurfes am Mittwoch von 13 bis 19 Uhr im Zukunftszelt vor dem Rathaus bietet die Verwaltung auch am Donnerstag und Freitag das Gespräch mit den Experten an. Der Entwurf steht im Netz zum Herunterladen (www.denkdeinestadt.de) bereit.

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