Wunderschilf fürs Klima | Neue Braunschweiger
14. Juli 2020
Umwelt

Wunderschilf fürs Klima

Stadt hat im Westpark Elefantengras gepflanzt – Es soll tonnenweise CO2 speichern

Auf einer Fläche von zwei Fußballfeldern hat die Stadt im Westpark ein Elefantengraslabyrinth angelegt. Kirsten Lewandowski vom Fachbereich Stadtgrün und Sport und Michael Loose vom Sportreferat stellten das Klimaprojekt vor. Fotos: Birgit Wiefel

Weststadt. Im Westpark wächst die Zukunft schon kniehoch. Noch sind nur ein paar schmale Stängel zu sehen, doch in die setzt die Stadt große Erwartungen. In den vergangenen Wochen hat der Fachbereich Stadtgrün und Sport am Madamenweg ein Labyrinth aus Elefantengras angelegt.

Ein richtiger Irrgarten wird die Fläche mit der Größe von zwei Fußballfeldern erst im Sommer nächsten Jahres sein, „dann ist das Gras an die vier Meter hoch“, schätzt Michael Loose, Leiter des Sportreferats. Aber das „Löwenlabyrinth“ will mehr sein als ein Freizeitspaß.

Zusammen mit der TU erforscht die Stadt die Wirkung des Grases auf das Klima. „Das Elefantengras oder besser Riesenchinaschilf kann eine große Menge von CO2 speichern“, erklärt Loose. Es habe damit die gleiche Bedeutung wie Wälder oder Ozeane. „Auch die speichern riesige Mengen von Kohlendioxid und bremsen damit die Erderwärmung“, sagt Loose.

Zwei Flächen hat die Stadt mit dem Wunderschilf bepflanzt: Im Westpark und an der Helmstedter Straße. Allein diese 2,8 Hektar können im Jahr 80 Tonnen CO2 binden. „Einmal im Jahr wird gemäht und das Gras zu Hackschnitzel oder als Baustoff verarbeitet“, blickt Kirsten Lewandowski vom Fachbereich Stadtgrün und Sport in die Zukunft.

Noch sind die Stängel hüfthoch, aber schon im nächsten Jahr wird das Riesenchinaschilf eine Höhe von vier Metern haben. Kirsten Lewandowski beruhigt: „Die Pflanze ist ein Exot, aber sie sät sich nicht unkontrolliert aus.“

Noch ist das Löwenlabyrinth ein 14 000 Euro teures Pilotprojekt und in der Forschungsphase. Gemeinsam mit dem Institut für Geoökologie der TU sammelt die Stadt Daten und erkundet – unterstützt vom Bundesumweltministerium – die genaue Wirkung der Pflanze.

Aber sie ist schon jetzt ein wichtiger Baustein in der Klimastrategie der Stadt, die auch begrünte Dächer, begrünte Fassaden und das Pflanzen so genannter Klimabäume vorsieht, die besser mit der Trockenheit zurecht kommen. „Ende August, Anfang September wird im Westpark schon etwas zu sehen sein“, verspricht Michael Loose. Dann können auch die ersten Umweltprojekte mit Schulklassen durchgeführt werden, die in dem Löwenlabyrinth nicht nur Spaß haben, sondern auch ein Verständnis für den Klimawandel entwickeln sollen. Ende des Jahres soll noch ein acht Meter hoher Aussichtsturm errichtet werden.

So wird das Elefantengras-Labyrinth im Westpark einmal aussehen. Grafik: Stadt

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