24. Januar 2022
Stadtplanung

Wunsch: grün, ruhig, sauber

Zweiter Anlauf Hagenmarkt – Bürgerbefragung abgeschlossen – Wettbewerbsverfahren geplant

Neustart: Eine Bürgerbefragung zum Hagenmarkt wird jetzt zur Grundlage eines Wettbewerbs. Rund zehn Freiraumplanungsbüros können sich daran beteiligen. Foto: Birgit Wiefel

Innenstadt. Zweite Runde für den Hagenmarkt. Nachdem eine Bürgerbeteiligung zur Neugestaltung kein Ergebnis brachte (die NB berichtete), drehte die Verwaltung alles auf Null. Ende 2021 wurden stattdessen 7500 Bürger per Zufallsprinzip ausgewählt und nach ihren Wünschen befragt. Rund 2700 Rückmeldungen kamen – sie sollen jetzt Grundlage für ein Wettbewerbsverfahren werden.

„Der Schritt ist Neuland für uns“, sagt Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer, hofft aber gemeinsam mit OB Dr. Thorsten Kornblum, dass die Planungen „jetzt zügig zu einem Ende kommen“. „Wir reden hier ja nicht über den gesamten Platz, sondern nur um das Areal rund um den Heinrichsbrunnen“, betonte Oberbürgermeister Kornblum. Die Neugestaltung der Verkehrsführung und des Areals rund um die Katharinenkirche seien längst beschlossen.

Grün und ruhig

Und was wünschen sich die 2710 Braunschweiger für den Hagenmarkt? Kurz gesagt: Er soll grün sein, ruhig sein und sauber. Alles, was er bislang offensichtlich nicht ist, denn er kommt bei den meisten der Befragten nicht über ein „ausreichend“ (Schulnote 4) hinaus. „Für den Großteil ist er heute tatsächlich eher ein Verkehrsknotenpunkt. Ein Platz, den man zügig mit dem Auto, Fahrrad oder zu Fuß überquert“, ordnet OB Dr. Kornblum ein. Die Mehrheit hielte sich dort höchstens einmal im Jahr länger als fünf Minuten auf.
„Allerdings gibt es Unterschiede in den Altersgruppen: Vor allem junge Leute nutzen schon heute gern die Freisitzflächen der Außengastronomie“, sagt Kornblum.
Das Bielefelder Soko-Institut, das die Befragung durchgeführte, war von dem Rücklauf beeindruckt. „Wir hatten mit einer Quote um die zehn bis 20 Prozent gerechnet. Mit 36,13 Prozent war die Beteiligung überdurchschnittlich“, betonte Waldemar Murawski.

Wie geht es weiter?

In einem nächsten Schritt wird nun ein Wettbewerbsverfahren ausgeschrieben, an dem sich Freiraumplanungsbüros beteiligen können. „Die Aufgabe wird die Planungsbüros herausfordern“, sagt Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer. „Der Hagenmarkt wird weiterhin ein zentraler Mobilitätsknotenpunkt für die unterschiedlichen Verkehrsarten bleiben. Es wird daher spannend, wie die Aufgabe gelöst wird, einzelne Platzbereiche optisch und atmosphärisch vom Verkehrsraum abzugrenzen.“

 

kurz & knapp

Die wichtigesten Wünsche für den Hagenmarkt gemäß der Befragung:

• Ruhige Pausen ohne Verzehrzwang
• Außengastronomie
• historische Stadtfüh- rungen
• Sonderaktionen (Feste, Flohmärkte)
• Spielmöglichkeiten für Kinder
• Erhalt der Bäume und Bänke

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