17. Februar 2021
Kultur

Zeitfenster bis in den Juni geöffnet

„In aller Munde“: Große Sonderschau im Kunstmuseum Wolfsburg konnte verlängert werden

Ungewohnte Innenansichten: Die Installation im Hintergrund von Piotr Uklaski („Open Wide“) ist mit mehr als zehn Meter Breite das größte Werk der Ausstellung. Foto: Kunstmuseum Wolfsburg

Wolfsburg. Der Alptraum eines jeden Ausstellungsmachers. Endlich ist alles an seinem Platz, die Ausstellung eröffnet, da ist auch schon wieder alles vorbei. So ist es dem Kunstmuseum Wolfsburg ergangen.

Die Themenschau „In aller Munde“ mit Werken namhafter Kunstschaffender, noch dazu die größte, die je mit diesem Schwerpunkt in Deutschland gezeigt worden ist, war gerade ein Wochenende geöffnet, als sie im Oktober coronabedingt auch gleich wieder schließen musste. Mehr als 1000 Besucher waren bis dahin gekommen. Doch so bitter die erneute Schließung war, so gut sind jetzt die Nachrichten aus Wolfsburg: „Wir verlängern!“

Große Solidarität

Zahllose Telefonate, Überzeugungskraft und guter Wille waren notwendig, um die Ausstellung mit über 300 Exponaten rund um Mund, Lippen, Zunge und Zähne bis zum 6. Juni 2021 in Wolfsburg halten zu können. „Es ist ein großes Glück, dass bis dato fast alle Leihgeber, national wie international, zugesagt haben, uns die Werke zwei weitere Monate zur Verfügung zu stellen. Ich bin für die weltweite Unterstützung und Solidarität, die wir im Zuge unserer Verlängerungsanfrage erfahren durften, überaus dankbar“, sagt Kuratorin Dr. Uta Ruhkamp.

Erleichterung auch bei Museumsdirektor Dr. Andreas Beitin, dass nun ein größeres Zeitfenster besteht und hoffentlich nicht alle Arbeit vergebens war: „Mehrere Wochen hatte das Team in der Vorbereitungszeit der Ausstellung an Konzepten gearbeitet, die Hygiene und ausreichend Abstand sicherstellten.“ So habe die Kuratorin auf Exponate zum Anfassen verzichtet, statt Kopfhörern gibt es Audioboxen. Zum anderen ermöglichten Timeslots, Wegeleitsysteme und ein Putzplan nach jedem Zeitfenster einen reibungslosen und sicheren Ablauf beim Eröffnungswochenende. „Das wäre jederzeit wieder möglich, um einen sicheren Besuch der Ausstellung zu gewährleisten“, sagte Beitin. Die weiteren geplanten Ausstellungen verschieben sich entsprechend.

Nach der Bund-Länder-Konferenz am Mittwoch wurde öffentlich, dass Museen ab einem Sieben-Tage-Inzidenzwert von unter 35 wieder öffnen dürfen. Derzeit liegt der Wert je 100 000 Einwohner in der Region Braunschweig/Wolfsburg bei rund 50.

In aller Munde

„In aller Munde. Von Pieter Bruegel bis Cindy Sherman“, 31. Oktober 2020 bis 6. Juni 2021: Sprechen, essen, küssen – die Mundhöhle ist eine buchstäblich reizvolle Körperzone. So haben sich nicht nur seit jeher Naturwissenschaft und Medizin an der Erkundung der Mundhöhle abgearbeitet, sondern auch die Kunst- und Kulturgeschichte – von der Antike bis zur Gegenwart, von Pieter Bruegel bis Cindy Sherman. Es ist die bislang umfassendste Themenausstellung rund um die Bedeutung des Oralen in Deutschland.

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