Ziel: Fair Town Braunschweig | Neue Braunschweiger
21. September 2013
Politisches

Ziel: Fair Town Braunschweig

Informationen gestern auf dem Kohlmarkt.

Franziska Dickschen (links) gestern am Infostand auf dem Kohlmarkt, neben ihr Alfred Hollmann von Braunschweig Kaffee. Moritz Fabian aus Braunschweig und Iris Giesemann aus Vechelde hörten aufmerksam zu. Foto:Thomas Ammerpohl.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 22.09.2013

Braunschweig. „Fairer Handel hat nichts mit Mitleid zu tun“, sagt Franziska Dickschen, die gestern unter anderem für den Trägerkreis Braunschweig Kaffee auf dem Kohlmarkt informierte.

„Wenn Braunschweig Fair Trade Town werden möchte, sind engagierte Bürger eine Voraussetzung“, sagt sie. Die Biologin hat selbst für einige Zeit in Mexiko und Nicaragua gelebt, „das sensibilisiert für die weltweiten Probleme, die durch den unfairen Handel entstehen.“
Deshalb arbeitet sie auch für Oiko Credit, eine Genossenschaft, die seit 40 Jahren Mikrokredite vergibt. „Unsere Genossenschaft verfügt über 550 Millionen Euro Einlage“, sagt Dickschen, „allein aus unserem Verband Niedersachsen/Bremen sind es mehr als zehn Millionen.“ Es gebe zwar keine Garantien, „aber in den vergangenen 40 Jahren hat noch niemand sein Geld verloren“, sagt die Referentin. Zwar sei der Gewinn mit durchschnittlich zwei Prozent nicht sehr hoch für eine Geldanlage, „aber hier zählt besonders die soziale Rendite“, macht sie Werbung und empfiehlt potenziellen Geldanlegern, sich über Oiko Credit zu informieren.
Den Passanten erzählte sie von Projekten in Afrika oder Lateinamerika, aus denen sich wirtschaftlich unabhängige Kooperationen entwickelt haben.
Für Braunschweig wünscht sich die Biologin günstige Ladenräume in der Innenstadt für einen Weltladen. „Wir wollen Lebensmittel, aber auch Kunsthandwerk und vor allem Kleidung aus fairem Handel anbieten“.

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