Zu Tisch, bitte! | Neue Braunschweiger
1. Dezember 2020
Buntes

Zu Tisch, bitte!

Beim gemeinsamen Kochen sollen sich ältere Braunschweiger und Migranten besser kennenlernen

Lieber zusammen kochen, statt alleine zu essen. Das „Sonntagsmahl“ will Menschen zusammenbringen. Foto: Pixabay

Braunschweig. Zusammen kochen, statt am Sonntag alleine im Topf zu rühren. Mit dieser Idee wollen das Haus der Kulturen, der Verein Lange Aktiv bleiben (LAB) und der polnische Hilfsverein Poldeh ältere Braunschweiger und Zugewanderte zusammenbringen.

Dass Corona den Start des Projekts – eigentlich geplant für Ende Oktober – ausgebremst hat, ist für Cristina Antonelli-Ngameni kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. „Sobald es die Bedingungen zulassen, geht’s los“, sagt die Co-Leiterin des Hauses der Kulturen.
Was will das „Sonntagsmahl“, so der Name, konkret erreichen? Cristina Antonelli-Ngameni erklärt: „Bei älteren Menschen können sich Kontakte schnell reduzieren. Die Kinder sind aus dem Haus, leben manchmal nicht mal mehr in derselben Stadt. Das gemeinsame Essen am Wochenende fällt aus. Da bleibt nicht nur der Herd kalt. Da kann auch ein Gefühl von Einsamkeit entstehen.“

Doch auch Zugewanderte könnten in einem Kokon leben, lieber unter sich bleiben. „Vor allem die Frauen kennen oft nur ihre Familie, kommen kaum aus dem Haus“, weiß Antonelli-Ngameni. Das könne dazu führen, dass sich manches schiefe Bild vom anderen verfestigt.
Das „Sonntagsmahl“ will also nicht nur das Gesellige fördern. Es will auch Gruppen zusammenbringen, die sich im Alltag vielleicht nicht begegnet wären.

„Zusammen kochen, miteinander essen – das hat immer noch eine Bedeutung, das ist immer noch ein wichtiges Ritual“, sieht die Co-Chefin des Hauses der Kulturen das Projekt fast philosophisch. Ein Vorläufer vom „Sonntagsmahl“ war übrigens der „Weltgeschmack“ – eine Reihe, die die unterschiedlichsten Ess- und Kochgewohnheiten der verschiedenen Nationen in Braunschweig zum Thema hatte.. Die bunte Sammlung erschien in dem Band „Weltgeschmack“ (erhältlich unter anderem in der Buchhandlung Graff).

Corona hin und her: Tische, Stühle und Herd stehen in der LAB am Altewiekring 20c jedenfalls bereit. Das „Sonntagsmahl“ soll einmal im Monat stattfinden. Teilnehmen kann grundsätzlich jeder. „Jetzt hoffen wir, dass wir im Frühjahr loslegen können“, wünscht sich Cristina Antonelli-Ngameni.

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