Zum Schreien komisch, kurzweilig und schnell

Spielzeiteröffnung mit „Nackte Tatsachen“ in der Komödie am Altstadtmarkt – Das Publikum ist hin und weg

Autsch: Oliver (Andreas Elsholz, links) überrascht Freund Michael (Jens Knopse) mit seiner Frau Emily (Julia Klawonn). Michaels Frau Nicole (Janine Bossecker) ist auch empört. Foto: Peter Steffen

Innenstadt. „Und er hat einen schönen Hintern“ – bei der Premierenfeier in der Komödie muss eine Besucherin einfach mal aussprechen, was die meisten anderen über Jens Knopse nur denken. In der aktuellen Produktion „nackte Tatsachen“ machen er und sein Partner Andreas Elsholz dem Titel des Stückes alle Ehre. In ihren Rollen als Michael (Jens Knospe) und Oliver (Andreas Elsholz) sind die beiden für gefühlt 20 Minuten des Stückes nackt. Ganz nackt. Eine echte Leistung. Aber sie liefern noch weitaus mehr.

In der Komödie von Kerry Renard spielen sie zwei Freunde, die gemeinsam in einem Bett aufwachen. Nackt, mit Handschellen aneinander gefesselt. Und mit Filmriss. Was ist geschehen? „Wir haben einen passenden Platz für eine Tätowierung gesucht“, wird nur eine der haarsträubenden Erklärungen sein, die die beiden ihren Ehefrauen auftischen. Zuerst kommt Olivers Gattin Emily zu früh von ihrer Mutter zurück und will eine Erklärung für die prekäre Situation. Julia Klawonn gibt eine schlagfertige sexy Blondine mit eigenem Kopf.

Auch Michaels Frau Nicole lässt nicht lange auf sich warten. Janine Bossecker spielt das weinerliche Heimchen, das es – wie alle in dem Stück – faustdick hinter den Ohren hat. Das vierköpfige Ensemble liefert eine großartige Arbeit ab. Zwar ist die Story ein wenig hanebüchen, aber die Schauspieler sind eine Wucht. Sie meistern eine unglaubliche Textmenge, sind witzig, können von trottelig bis sauer in Sekunden wechseln. Zum Schreien komisch. Regisseur und Theaterleiter Florian Battermann hat die Komödie straff inszeniert, dazu die schnelle Personenführung. Das Publikum ist begeistert.

Regisseur Florian Battermann (Mitte) und seine Darsteller. Foto: Axel Emmert

„Eine kurzweilige, schöne Sommergeschichte“, nennt er seine „Nackte Tatsachen“ bei der Premierenfeier und begrüßt die Gäste in der 17. Spielzeit der Komödie am Altstadtmarkt. „Fünf Wochen Sommerpause waren für mich drei Wochen zuviel“, sagt er lachend, „jetzt geht es zum Glück wieder los.“

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