Zweiter Anlauf der Hilfe für Sierra Leone | Neue Braunschweiger
3. Februar 2021
Soziales

Zweiter Anlauf der Hilfe für Sierra Leone

Löwe für Löwe packt Riesencontainer – Verschiffung sollte eigentlich schon im Dezember erfolgen

Im Dezember konnten noch viele Hände beim Abladen der Solaranlage helfen. Nun müssen zwei Männer die Arbeit allein wuppen. Foto: Anita Pöhlig / AP

Braunschweig. „Das wird ein riesiger Kraftakt“, weiß Brigitte Amara-Dokubo. Im zweiten Anlauf will der Verein Löwe für Löwe im Februar einen Übersee-Container für Sierra Leone packen (wir berichteten).

Nur zwei Vereinsmitglieder sollen den zwölf Meter langen Container bestücken. „Die Corona-Regeln lassen es nicht zu, dass wir mit mehr Leuten packen“, erläutert Amara-Dokubo, die Vereinsvorsitzende. Nachdem Corona im Dezember die Verschiffung verhindert hat, wollen Filas Amara und Jürgen Tomasch nun am 6. und 7. Februar eine komplette Photovoltaik-Anlage, Rollstühle, Nähmaschinen, Fahrräder, medizinische Mikroskope und vieles mehr in nur zwei Tagen verladen. „Unser Vorstandsmitglied Filas Amara hat glücklicherweise einen Gabelstaplerführerschein“, berichtet Amara-Dokubo.

Ohne Gabelstapler wäre die Aktion auch kaum zu schaffen: Der Vorstand hat vor wenigen Tagen beschlossen, nun auch den Vereinsbus hier aus Braunschweig mit nach Afrika zu schicken. Der hat zwar auch schon zwölf Jahre auf dem Buckel, ist aber noch gut erhalten. Der in Sierra Leone ist noch viel älter. „Den gebrauchten Bus hatten wir vor vielen Jahren von einem Wolfenbütteler gespendet bekommen“, erinnert sich Brigitte AmaraDokubo. Beoku, Vereins-Angestellter in Sierra Leone, ist zwar ein wahrer ReparaturZauberer, doch nun scheint der Bus am Ende zu sein. „Jetzt benötigen wir in Braunschweig wieder einen anderen Bus, um die ganzen Spenden abholen zu können. Vielleicht hat ein Unternehmen einen gebrauchten Wagen günstig zu verkaufen oder zu spenden?“, hofft Amara-Dokubo nun.

Der Transport des 12 Meter langen und 2,5 Meter breiten Containers allein kostet rund 5000 Euro, die Anlage 23 000 Euro. Ohne die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung, die 9900 Euro zusteuert, wäre die Aktion für den kleinen Verein nicht zu stemmen gewesen. Auch der Rotary-Club Richmond ist mit 6000 Euro dabei und viele Einzelspender. „Ganz gedeckt sind die Kosten aber immer noch nicht“, berichtet Amara-Dokubo. Die Photovoltaik-Anlage soll die Stromversorgung auf der vor einem Jahr vom Verein gegründeten Moringa-Schulungsfarm sicherstellen. Die Arbeit in der Gesundheitsstation des Vereins läuft derweil wegen Corona unter erschwerten Bedingungen weiter. „In Sierra Leone gibt es zwar weniger Corona-Fälle als erwartet, die Pandemie hat aber auch dort erhebliche Folgen für die Bevölkerung“, berichtet Amara-Dokubo. „Ich hoffe sehr, dass Corona uns nicht noch einmal einen Strich durch die Rechnung macht, die Hilfsgüter werden dringend benötigt!“

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