Zweitliga-Start vor tausenden Fans | Neue Braunschweiger
16. September 2020
Sport

Zweitliga-Start vor tausenden Fans

Eintracht wirft Hertha BSC aus dem Pokal – Interviews mit Daniel Meyer und Wolfram Benz

Nach seinem tollen Tor zum 1:0 gegen Hertha BSC setzt Martin Kobylanski (2. v. l.) zu einem Jubellauf an. Es sollte in einer denkwürdigen Partie nicht der letzte bleiben. Foto: Simka/regios24

Braunschweig. Mit einem fulminanten 5:4-Sieg im DFB-Pokal gegen Hertha BSC Berlin feierte Eintracht Braunschweig vor 500 Zuschauern einen sensationellen Saisonstart. Und schon am kommenden Sonntag (13.30 Uhr) beginnt beim 1. FC Heidenheim die neue Zweitliga-Spielzeit.

Seit gestern steht fest, dass diese Partie genau wie die folgenden vor deutlich mehr Zuschauern als zuletzt ausgetragen wird, nachdem sich DFL und die Bundesländer auf eine Zulassung einer Besucherzahl von 20 Prozent der jeweiligen Stadionkapazität unter Einhaltung der Sicherheits- und Hygienevorschriften verständigt hatten. Gästefans sind allerdings ebensowenig erlaubt wie der Ausschank von Alkohol. Die Partie in Heidenheim könnten somit am Sonntag rund 3000 Zuschauer verfolgen, während die Heimpremiere Eintrachts am Samstag kommender Woche wohl vor ungefähr 5000 Besuchern stattfinden könnte.
Eintracht-Geschäftsführer Wolfram Benz hatte bereits nach dem gut funktionierenden Ablauf beim Spiel gegen Hertha deutlich gemacht, „dass wir uns auch zutrauen, Konzepte aufzustellen, die deutlich mehr Besucher im Eintracht-Stadion zulassen“.
Im Spiel gegen Berlin hatte sich vor allem Martin Kobylanski hervorgetan und mit drei Toren den Grundstein für das sensationelle Erreichen der zweiten Runde gelegt, die am 22./23. Dezember ausgespielt wird. Eintracht-Coach Daniel Meyer zeigte sich mit der Leistung des 26-Jährigen überaus zufrieden, sodass der die Blau-Gelben am Sonntag erneut als Kapitän führen darf: „Ich weiß, dass er es jetzt allen beweisen will. Daneben ist es für ihn auch an der Zeit, Verantwortung zu übernehmen und als Persönlichkeit zu reifen“, erklärt der 41-Jährige.

Der Erfolg gegen den hochkarätig besetzten Hauptstadtclub bescherte dem neuen Eintracht-Coach einen überaus positiven Einstand. Dennoch trat Meyer nach der Partie umgehend auf die Euphoriebremse: „Grundsätzlich haben wir uns über dieses Erfolgserlebnis gefreut, sind aber auch nicht blauäugig, weil wir schon einen optimalen Spielverlauf hatten.“
Vor allem die Defensivarbeit möchte er in der laufenden Trainingswoche noch verbessern: „Wir haben viele positive Erkenntnisse aus der Partie ziehen können, haben aber auch gemerkt, dass insbesondere die Defensivabläufe noch richtig Luft nach oben haben, während es offensiv ganz gut ausgesehen hat.“
Vor allem das hohe Spieltempo und viele Positionswechsel der Berliner führten laut Meyer dazu, „dass in manchen Situationen ein paar Unklarheiten herrschten. Wir haben noch einiges zu tun, was aber nicht dramatisch ist, weil vor der Partie niemand erwartet hat, dass schon alles automatisiert ist.“
In Sachen Strafraumverteidigung und Zweikampfintensität präsentierten sich die Löwen allerdings schon vorbildlich und überzeugten auch beim 3:1-Testspielsieg am vergangenen Samstag in Halle. In der Saalestadt waren die gegen Hertha nur kurz oder gar nicht eingesetzten Akteure zum Zug gekommen, die das Spiel durch einen Doppelpack von Nick Proschwitz und einen Treffer von Manuel Schwenk für sich entscheiden konnten: „Nach so einem emotionalen Highlight ist das nicht der angenehmste Termin. Die Mannschaft hatte eine sehr gute Struktur und hat einen ambitionierten Drittligisten über weite Strecken kontrolliert“, zeigte sich der Eintracht-Trainer zufrieden und freute sich darüber, dass Neuzugang Felix Kroos trotz fehlender Vorbereitung einen längeren Einsatz verzeichnen konnte: „Er hat gegen Halle 73 Minuten gespielt und sich danach gut gefühlt. Jetzt schauen wir mal, wie wir durch die Woche kommen. Ich würde nicht ausschließen, dass er gegen Heidenheim im Kader steht.“ Vor allem bei einer engen Schlussphase würde er dem Ex-Kapitän von Union Berlin wohl schon am Wochenende ein paar Minuten geben: „Steht es am Wochenende Spitz auf Knopf, kann er ein Spieler sein, der in der Lage ist, ein Spiel zu beruhigen und ein paar entscheidende Dinge zu tun.“
Spannung herrscht auch in der Frage, wer am kommenden Sonntag zwischen den Pfosten stehen wird. Gegen Hertha hatte Jasmin Fejzic die Nase vorn. „Wir hatten das Gefühl, dass er an diesem Tag die beste Leistung zeigen wird“, begründet Meyer die Entscheidung für den Routinier, stellt aber klar, dass diese nicht für die Liga gelten muss.

Eintracht – Hertha

Mannschaft: Fejzic (3) – Ziegele (3), Wydra (3,5), Schultz (2,5) – Kijewski (3,5), Ben Balla (2,5), Nikolaou (3), Wiebe (3,5) – Kobylanski (1) – Abdullahi (2,5), Kaufmann (3).
Eingewechselt: 80. Bär (-) für Abdullahi; 86. Burmeister (-) für Schultz; 88. May (-) für Kaufmann.

Tore: 1:0 (2.) Kobylanski; 2:0 (17.) Mittelstädt (Eigentor); 2:1 (23.) Lukebakio; 2:2 (29.) Cunha; 3:2 (44.) Kobylanski (Elfmeter-Nachschuss); 3:3 (65.) Pekarik; 4:3 (67.) Kobylanski; 5:3 (73.) Abdullahi; 5:4 (83.) Lukebakio.

Zuschauer: 500.

Gelb: Kijewski, Wiebe.

Auch interessant